Montag, 13. März 2017

Wunschbaby Nr. 3 - Tagebuch bis zur 12. SSW


Da hielt ich es nun in meinen Händen. Ein Ultraschallbild, welches eindeutig besagte, dass sich ein drittes Wunder auf den Weg zu uns machte. Voller Emotionen freute ich mich wie verrückt auf die kommenden Wochen und Monate. Noch hatte ich nicht vergessen, wie schlecht es mir anfangs in der zweiten SS ging, aber ich war zunächst positiv, dass es dieses Mal besser werden würde. Ich war nun in der 7. Schwangerschaftswoche. In den letzten zwei Wochen gab es schon ein paar wenige Momente, in denen mich die Übelkeit begrüßte, aber es war wirklich minimal. Das sollte sich bald ändern.

Da meine allererste Schwangerschaft in einem Frühabort endete, plagte mich zunächst mehr die Angst, es würde sich womöglich noch einmal wiederholen. Schließlich, so sagte ich mir, sei es schon großes Glück, daraufhin zwei komplett komplikationsfreie Schwangerschaften und Geburten erlebt zu haben. Ein wenig fühlte es sich so an, als würden wir das Glück herausfordern.

Doch mit jedem weiteren Schwangerschaftsanzeichen, fühlte ich mich wohler und irgendwie „sicherer“. Ehrlich gesagt erinnere ich mich schon gar nicht mehr so genau, welche Anzeichen es zu diesem Zeitpunkt waren, Aber ich Weiß, dass ich ziemlich früh bei jeder kleinsten Anstrengung aus der Puste war. Das ist bis heute (20.SSW) so geblieben bzw. hat sich inzwischen noch etwas gesteigert.

Ab der 8./9. Woche überkam sie mich dann doch. Die Übelkeit war ein täglicher Begleiter, mal mehr, mal weniger. Ich litt unter Appetitlosigkeit, aß wochenlang keine Süßigkeiten. So etwas ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert. ;-) Aber mit Schokolade konnte man mich wirklich jagen. Obst und Gemüse, das klappte am besten. Übergeben musste ich mich kein einziges Mal, das machte es jedoch nicht besser. Denn manchmal hatte man den Wunsch danach, in der Hoffnung, es würde danach besser werden.
Hinzu kam eine unbeschreibliche Müdigkeit in Verbindung mit elendiger Antriebslosigkeit. Und bei alledem natürlich immer eine fast 2-jährige Maus zu Hause. Aber sie machte das ganz toll. Ich gestehe, dass ich am Vormittag manchmal einfach auf der Couch einschlief. Ich konnte mich einfach nicht wach halten. Tatsächlich konnte ich sie dann mit Spielzeugen und dem laufenden Kinderprogramm im TV „beschäftigen“.  Keine Sorge, ich schlief nie länger als 20 Minuten, aber ich konnte mich in manchen Momenten einfach nicht wach halten und zum Rausgehen fehlte manchmal einfach die Motivation, so schlapp fühlte ich mich. Nun ja, es gab dann so ab der 10./11. Woche auch mal vereinzelnd Tage, an denen ich mich so richtig unschwanger fühlte. Kennt ihr das?

Ich bin dann eine von denen, die sich selbst bei der dritten SS noch verrückt machen und anfangen bei Google zu suchen, ob das normal wäre. :-P An diesen Tagen wünschte ich mir – völlig irrsinnig – immer meine Übelkeit herbei. Sie war für mich immer ein Zeichen, dass sich etwas tut und das dort weiterhin etwas wächst. Auch wenn ich weiß, dass das nicht immer ein sicheres Zeichen ist, mir tat der Gedanke gut.

Anfang Januar kam dann irgendwie der Punkt, an dem ich voller Überzeugung abstillen wollte. Unsere Kleine war gut 22 Monate alt und ich denke, die Natur hat dem Ganzen dann einen Anstoß gegeben. Unschwanger wäre ich es vermutlich nicht konsequent angegangen, dabei war es wirklich nicht halb so schlimm wie erwartet. Aber es war einfach der perfekte Zeitpunkt, so dass es uns beiden dann irgendwie leicht fiel. Mir sicherlich mehr als ihr, aber es gab ihrerseits tatsächlich keine einzige Tränen, dabei hatte ich mit einem Tränenmeer gerechnet. :-O  Ich blicke heute mit einem totalen Wohlgefühl an diese kurze Abstillphase zurück und habe sie zu keinem Zeitpunkt bereut, aber nun zurück zur Schwangerschaft.

Nach und nach merkte ich zu dieser Zeit, dass es mir total gut tat, draußen zu sein. Bei Minusgraden raffte ich mich immer öfter auf und verbrachte auch mal Vormittage draußen. Kam man dann wieder rein und atmete die warme Heizungsluft ein, ging es oft gleich wieder rapide bergab. Da musste ich dann daran denken, wie schlimm es für mich im Hochsommer 2014 war. Dort befand ich mich nämlich in der Frühschwangerschaft mit dem Babymädchen und mit frischer Luft war bei gewissen Temperaturen nicht viel. So würde ich also rückblickend sagen, dass es mir dieses Mal – einfach wetterbedingt – ein wenig besser ging als damals.

Ich sehnte es so herbei, dass diese doch schwierigen Wochen ein Ende nahmen. Alles würde besser werden, die Übelkeit verschwindet und man darf es endlich in die Welt hinausschreien. Ich fand es furchtbar, es nicht direkt jedem sagen zu können. Trotz alledem fühlte es sich besser so an. Wobei ich auch verstehen kann, wenn manche es direkt allen sagen. Aber nein, für uns war die andere Variante die Bessere. Irgendwie bin ich da vielleicht ein bisschen abergläubisch und rede mir immer ein, es würde Pech bringen, alle direkt einzuweihen, ist natürlich Blödsinn.

Langsam näherte ich mich meinem Arzttermin in der 12. SSW. Hach, das war toll. Ich zählte die Tage und Nächte, bis es eines Morgens so weit war und wir uns zu auf den Weg machten. Wir waren in dem Fall das Babymädchen, der Papa und denn die Grosse – noch Ahnungslose – war in der Schule.

Ich hatte ein absolut gutes Gefühl, trotzdem bleibt immer ein wenig Angst. Als ich dann endlich auf dem Bildschirm sah, wie groß das Würmchen war, dass es zappelte und das kleine Herzchen schlug, war ich unbeschreiblich glücklich. Auch der Papa durfte natürlich mitgucken und grinste über beide Ohren.

Nun war die „kritische Zeit“ also überstanden, ich hoffte auf körperliche Besserung und freute mich tierisch darauf, es nun endlich der großen Schwester zu erzählen. Direkt nach dem Termin machten wir uns auf den Weg zur Schule...


Fortsetzung folgt....