Dienstag, 22. August 2017

Hausgeburt - Ankunft unseres dritten Babys - TEIL 2

Punkt halb vier steht sie voll bepackt vor unserer Türe. Ich muss sagen, dass ich mich bis dato absolut nicht unsicher oder alleine fühlte, aber ihre Anwesenheit rundet alles irgendwie noch einmal ab und lässt die Situation richtig vollkommen wirken. Zunächst einmal packt sie ein paar Dinge auf dem Tisch aus und bereitet das CTG vor. Dann lege ich mich auf die Couch und lasse mich von ihr untersuchen. Voller Spannung, Neugierde und sicherlich auch Hoffnung, sehe ich sie an und warte auf das von ihr ausgesprochene Ergebnis. Und tatsächlich, der Muttermund ist bereits 6-7cm geöffnet, was mich total überrascht und natürlich mächtig erfreut. Mit solch einem Befund rechnete ich wirklich nicht. Sie sagt außerdem, dass die Fruchtblase schon unheimlich prall ist und sicher bald springen wird.
Unsere Hebamme legt mir nun das CTG an. Unserem Baby geht es auch unter der Geburt bestens. Die Wehen sind nun sehr schmerzhaft, so ganz genau erinnere ich mich daher auch gar nicht mehr, wo ich die nächsten Minuten meine Wehen eigentlich veratme. Ich bitte meinen Mann, etwas Musik anzustellen. Dabei ist es mir ganz egal, welche Musik er anmacht. Nur die absolute Stille zwischendrin gefällt mir gerade nicht. Kurz darauf laufen Songs von Coldplay in unserem Wohnzimmer.

Es ist Punkt 4:00 Uhr, meine Fruchtblase springt. Ich bin mir sicher, es wird nun nicht mehr lange dauern, bis der Muttermund vollständig geöffnet ist. Ich habe noch immer ausreichend Kraft und Energie, ich denke wiederholt an den „großen Moment“ und freue mich unheimlich darauf. Ich bin weiterhin sehr ruhig. Die Mädels schlafen im Übrigen durchgehend tief und fest. Es ist kein einziger Laut zu hören. Für den Fall, dass doch jemand kurz wach wird, würde mein Mann kurz hochgehen, beide Kinder würden nach kürzester Zeit wieder einschlafen. Dazu kommt es in dieser Nacht aber gar nicht erst. 
Um 4:20 Uhr untersucht meine Hebamme mich noch einmal und stellt nun die komplette Öffnung des Muttermunds fest. Nun vergehen noch 2 oder 3 Wehen und ich habe das Bedürfnis, meinem Baby ab sofort zielgerichteter nach draußen zu verhelfen. Da sind sie also, die Presswehen. Was anfangs noch erleichternd ist, wird nach wenigen Wehen dann unglaublich schmerzhaft. Es fühlt sich an, als würde es einfach anatomisch nicht passen. Dies ist die für mich schlimmste Phase der Geburt, so war es bei allen Dreien. Es spannt und drückt, es fühlt sich einfach nach Zerreißen an. Trotzdem konzentriere ich mich und schiebe in jeder Wehe kraftvoll und ruhig mein Baby nach unten. Als die Hebamme auf mein Nachfragen dann sagt „Noch maximal 5 Wehen und er ist da!“, bin ich mehr als motiviert, noch weiter durchzuhalten. Mein Mann ist unentwegt an meiner Seite, er sitzt bei mir und ist ganz ruhig, berührt mich aber stets. Unsere liebe Hebamme findet unterdessen immer wieder lobende Worte für mich. Beides tut gut.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich – wie bei allen Geburten – unterdessen dachte, dass diese Geburt ganz ganz 100%ig die Letzte sein wird und das ich diesen Schmerz kein viertes Mal erleben möchte.

Mir ist auch in dieser Phase der Geburt bewusst, dass wir in unserem Zuhause, im heimischen Wohnzimmer sind und es fühlt sich einfach gut an. So viel Geborgenheit, Ruhe und Wohlgefühl wäre für mich an keinem anderen Ort spürbar. Unter den letzten Presswehen bin ich nicht mehr komplett still, aber auch nicht unheimlich laut. Es fällt natürlich auch der obligatorische Satz „Ich kann nicht mehr!“. Noch während ich ihn ausspreche, erinnere ich mich daran, dass es nach diesem Satz nicht mehr lange dauern wird. Ich besinne mich noch einmal in der Wehenpause, schließlich kann ich bereits die Haare unseres Jungen fühlen, das gibt noch mal Kraft. In Gedanken wieder bei dem allerschönsten bevorstehenden Moment, schiebe ich noch 2, 3 Mal so fest es geht. Höllische Schmerzen, die man auch nach der dritten Geburt einfach nicht beschreiben kann.

Doch dann ist es geschafft, das kleine Köpfchen ist geboren. Es fasst sich ganz warm und weich an, die vielen Haare lassen mich schon lächeln, obwohl ich weiß, dass es noch nicht ganz geschafft ist. Ich signalisiere meiner Hebamme, dass ich es nun ganz alleine machen möchte. Kurz darauf merke ich auch schon, dass die nächste Wehe kommt. Ich halte kniend das klitzekleine Köpfchen fest, drücke und spüre, wie der kleine Körper geboren wird. Ich fange ihn auf, nehme ich sofort hoch auf meinen Arm und schaue meinen von Emotionen überströmten Mann an. Wir küssen uns, der kleine Junge schreit und wir sind einfach nur glücklich. Es ist 4:39 Uhr, da ist er, dieser Moment. Dieser so unbeschreibliche Moment, auf den wir nun so lange warteten. Dieser magische Augenblick, den ich mir in den letzten Minuten so hart erarbeitete. Das kleine Löwenbaby liegt auf meiner Brust. Endlich können wir ihn berühren, ihn küssen, endlich wissen wir, wie er ausschaut. Es ist unbeschreiblich. Unbeschreiblich und so wunderbar gemütlich.


Das Foto entstand wenige Stunden nach der Geburt.

Die Situation zu Hause ist so viel anders als bei den Mädchen in der Klinik. Es gibt kein grelles Licht, keine fremden Ärzte, es gibt nur uns 3 und unsere Hebamme. Wir haben alle Zeit der Welt. Ich hätte mich an keinem Ort wohler fühlen können.
Bevor mein Mann die Nabelschnur durchtrennt, lassen wir sie natürlich auspulsieren. In einem passenden Moment nehme ich meine Hebamme in den Arm und drücke ihr einen Kuss auf die Wange. Noch vollkommen gefesselt von allem bedanke ich mich für dieses unvergessliche Erlebnis an ihrer Seite.

Ohne diese uns bereits sehr vertraute Person wäre es einfach nicht so gewesen, wie es war. Es war einmalig und es war trotz aller Schmerzen einfach absolut schön.

Irgendwann macht mein Mann es mir auf der Couch gemütlich, er legt Kissen, Handtücher und Decken auf das Sofa, so dass ich mich mit dem Kleinen gemütlich einkuscheln kann. Kurz darauf wird eine entstandene Geburtsverletzung durch unsere Hebamme versorgt. Im Wohnzimmer sind längst alle Spuren einer Geburt beseitigt worden. Es muss etwa 6:30 Uhr sein, als wir nun wissen wollen, wie groß und schwer unser Sohn denn nun tatsächlich ist. Groß und schwer, daran gab es in den letzten Wochen keine Zweifel mehr. Wir waren alle drei gespannt und tatsächlich, mein drittes Baby knackt die 4Kg-Marke. Stolze 4390g bringt er auch die Waage. Außerdem ist er nach 51cm und 53cm auch das Längste der Babys, denn er misst ganze 55cm. Dennoch wirkt er für uns einfach nur winzig klein, ein Neugeborenes eben. Er sieht für mich auch nicht größer oder kräftiger aus als die Mädchen nach ihren Geburten. Viel wichtiger, er ist kerngesund und meistert seine U1 – vorgenommen durch die Hebamme - mit Bravour. Wunderbar. Auch das Anlegen an die Brust klappt super. Er weiß von Anfang an, wie es geht. Kurz nach 7:00 Uhr verabschiedet sich unsere Hebamme. Wir liegen auf der Couch, schauen gemeinsam unseren Sohn an und warten darauf, dass die Mädchen aufwachen.




Um kurz nach 8:00 Uhr kommt das Schulmädchen ins Wohnzimmer gestolpert. Sie kann ihr Glück kaum fassen, hatte sie doch seit Tagen jeden Morgen nachgeschaut, ob ihr kleiner Bruder geboren ist. Sie kuschelt sich direkt zu mir auf die Couch und fragt als erstes nach dem Namen, den wir bis heute tatsächlich eisern für uns behalten haben. Sie findet ihn toll und ist mehr als zufrieden mit unserer Auswahl.

Um 9:15 Uhr wacht dann auch die kleinste Lady aus ihrem Schönheitsschlaf auf. Der Papa holt sie herunter und trägt sie auf dem Arm ins Wohnzimmer. Noch etwas verschlafen erblickt sie das kleine schlafende Bündel in meinem Arm. Ganz schüchtern grinst sie und signalisiert wortlos, dass sie zu mir möchte. Sie krabbelt zu uns und streichelt ganz vorsichtig das kleine Köpfchen.    

Endlich. Wir sind vollständig und können das erste Mal ganz gemütlich zu fünft auf der Couch frühstücken. E fühlt sich ein bisschen wie das Schweben in einer riesigen Glücksblase an.

Wenn es nun für den einen oder anderen unvorstellbar ist, dass es durchaus schöne Geburtserlebnisse gibt, so sage ich euch: Ich kann es nachfühlen, dass dieser Gedanke absurd sein kann. Nach meiner ersten Geburt hätte ich es mir ebenfalls niemals nie vorstellen können. Aber glaubt mir und den vielen anderen Mamis, denen es ebenfalls so erging. Es kann durchaus sehr, sehr schön sein, trotz der wirklich starken Schmerzen. Es ist eben nur von vielen äußeren und inneren Umständen abhängig.


Immer wieder würde ich mich heute für diese Hausgeburt entscheiden. Natürlich immer nur dann, wenn aus gesundheitlichen Gründen nichts dagegen spricht und die Schwangerschaft so verläuft, dass es aus Sicht der Hebamme das OK gibt. 

Für uns jedenfalls werden diese so kostbaren Stunden für immer unvergessen bleiben.

Montag, 21. August 2017

Hausgeburt -Ankunft unseres dritten Babys - TEIL 1

Bevor ich mit meinem Geburtsbericht beginne, möchte ich vorweg noch etwas dazu sagen. Solch ein Bericht über dieses so persönliche, intime Erlebnis, der Geburt eines Kindes, gab es hier ganz bewusst noch nie. Da wir uns dieses Mal aber für diese ganz besondere Hausgeburt entschieden haben und ich sie als so viel schöner empfand, möchte ich euch unbedingt teilhaben lassen. Einfach, um mitzuteilen, wie normal und wie wunderbar es ist, zu Hause sein Baby zu bekommen. Ich habe bewusst nicht jedes Detail beschrieben. Alles, was ich also preisgeben möchte, ist im folgenden Text erwähnt. Nun aber viel Freude und hoffentlich etwas Gänsehaut beim Lesen meiner Zeilen. Für uns ist dieser Beitrag eine ganz tolle Erinnerung an diesen so unvergesslichen Tag bzw. an diese eine so besondere Nacht.

Es ist der 11.August 2017 – 5 Tage nach dem voraussichtlichen Entbindungstermin kommt unsere liebe Hebamme wieder einmal zur Vorsorge zu uns nach Hause. Sie schreibt ein CTG, welches mein Gefühl bestätigt, dass es unserem kleinen Sommerjungen ausgezeichnet geht.
Es ist Freitagvormittag. Die Mädchen spielen im Zimmer der Großen Planmobil. Für sie sind die Hebammenbesuche inzwischen schon langweilige Routine geworden. Auch der Papa, der schon gar nicht mehr mit dem Auszug seines ersten Sohnes rechnet, wühlt im Obergeschoss des Hauses herum und macht Ordnung. Meine Hebamme und ich plaudern noch etwas, ich bekomme einige Globulis und wir verabreden uns erneut für Sonntag. Irgendwie gehen wir alle davon aus, dass ich auch in der darauffolgenden Woche noch mit meinem Babybauch herumlaufen werde.
Wir beschließen spontan, uns gegen Mittag direkt auf den Weg nach Rostock zu machen. Zu Hause sitzen und auf das Baby warten, lässt die Tage nur noch langsamer vergehen, so dass wir also die letzten 2 Wochen nahezu täglich etwas Schönes zusammen unternommen haben.

In Rostock wartet die Hanse Sail, ein maritimes Volksfest. Bei gefühlt herbstlichen Temperaturen lässt es die Herzen beider Mädchen höher schlagen. Mutzen, Zuckerwatte und Kinderkarussells so weit das Auge reicht. Wir verbringen also die nächsten Stunden auf der glücklicherweise nicht überfüllten Veranstaltung. Zwischendrin sitzen wir mal und essen oder trinken etwas, grundsätzlich waren wir aber schon sehr lange auf den Beinen. Ich habe ständig einen harten Bauch, nichts Neues. Es sind Übungswehen, die mich seit Wochen täglich begleiten.




Gegen 17:30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Hause. Als Abschlusshighlight bekommen die Schwestern noch ihren Wunsch nach einem Heliumballon erfüllt. So schiebe ich also die kleine Schwester bergauf in Richtung Tiefgarage. Am Buggy fliegt ein fest gebundener „Mascha und der Bär-Ballon“, Papa und die Große laufen neben uns mit einem noch wesentlich größeren Ballon.

Nachdem alles verladen und alle Kinder an ihrem Platz sind, fahren wir los in Richtung Heimat. Im Auto spüre ich ziemlich schnell, dass die vermeidlichen Übungswehen unangenehmer werden und huch, irgendwie auch regelmäßig. Ich schaue ab und an auf die Uhr und erzähle meinem Mann, dass ich alle 7, 8 Minuten ganz leichte Wehen verspüre. Er ist wie immer tiefenentspannt, so dass auch ich es irgendwie nicht wirklich ernst nehmen kann. Ich meine, wenn es tatsächlich losgeht, werde ich es kaum verpassen.

Auf der einstündigen Heimfahrt beschließen wir dann, Abendessen aus einem griechischen Restaurant mitzunehmen. Gesagt, getan. So sitzen wir also kurz nach 19 Uhr auf der heimischen Couch und essen gemeinsam. Die Wehen sind nach wie vor da, so dass ich mir vornehme, am späten Abend ein Bad zu nehmen. Aber erst sollen die Mädels schlafen. Da sich unsere Familie im Urlaubs-/Ferienmodus befindet, ist mir bewusst, dass es spät werden wird. So liege ich also erst gegen 22:30 Uhr in der Badewanne. Beide Kinder schlafen und auch der Papa ist schon kurz davor, sich in den Tiefschlaf zu verabschieden.  

Ich bin irgendwie innerlich so ruhig, dass ich auch gar nicht mehr so wirklich auf die Abstände achte. Die Wehen sind weiterhin sehr leicht, aber sie kommen eben immer wieder. Ich bleibe wohl 10-15 Minuten in der Badewanne und lege mich anschließend ins Bett. Zu diesem Zeitpunkt bin ich unsicher, ob es wirklich losgehen wird, dabei wünsche ich es mir so sehr.

Mein Mann schläft dann doch erst kurz vor Mitternacht ein und ich spüre etwa 30 Minuten nach dem Bad, dass die Wehen nun vereinzelnd doch stärker werden. Ich erinnere mich an die Worte meiner Hebamme und versuche ebenfalls, noch mal einzuschlafen, um Kräfte zu sammeln. Dies gelingt mir kurz nach meinem Mann, also kurz nach null Uhr.

***   ***   ***

Um 1:40 Uhr werde ich von einer schmerzhaften Wehe geweckt. Nun gibt es für mich keine Zweifel mehr. Ich weiß, dass wir ganz bald unseren Löwenjungen im Arm halten werden. Er hat sich also tatsächlich dazu entschlossen, sich nun auf den Weg zu uns zu machen.

Ich schleiche mich leise aus dem Schlafzimmer und lege alles auf die Treppe, was ich für unsere geplante Hausgeburt bereits rausgesucht hatte.  (... u.a. ein paar Handtücher, Wickelunterlagen etc.)

Ich muss an dieser Stelle mal einschieben, dass eine Haugeburt noch bei meiner zweiten Tochter für mich niemals in Frage gekommen wäre. Obwohl ich damals schon dieselbe Hebamme hatte, war es gedanklich ausgeschlossen. Es war so absurd, irgendwie ganz weit weg und auf gewisse Art und Weise auch richtig komisch. Ich kann also vollkommen verstehen, wenn man diesen Komplex als fremd oder gar kurios empfindet, da es mir jahrelang genauso ging. Lässt man sich jedoch darauf ein, versteht und erkennt Beweggründe, ist es plötzlich vollkommen absurd, bei einer komplikationslosen Schwangerschaft in ein Krankenhaus zu fahren, um sein Kind zu gebären. So geht es mir jedenfalls heute. Ich finde es sehr schade, nicht schon früher diese Gedankengänge gehabt zu haben.

Zurück zur Nacht, in der ich gegen 2:00 Uhr alle 5 Minuten eine schmerzhafte Wehe wahrnehme. Die Wehen sind zweifelsohne unangenehm, aber noch immer absolut erträglich und lassen mich weiterhin alles vorbereiten. Für viele klingt das nun vermutlich absurd, aber ich hatte mir für die Geburt kein altes, weites Shirt o.Ä. herausgesucht, sondern ein schwarzes von mir geliebtes Jerseykleid, hübsch und gemütlich zugleich. Ich wusste einige Tage zuvor sofort, dass es dieses Kleid sein soll, als ich einen Blick in meinen Kleiderschrank warf. Ich muss gerade selbst so schmunzeln, da ich andere für solch ein Verhalten vor zwei Jahren noch belächelt hätte. Aber es fühlt sich nun absolut richtig an. Der Gedanke, nächsten Sommer in dieses Kleid zu schlüpfen und an diesen einen wundervollen Moment erinnert zu werden, ist in meinen Augen einfach zu schön. Ja, auf diesen Moment freue ich mich schon jetzt, wenngleich er sicher auch von Wehmut begleitet sein wird. 




Angst vor der Geburt habe ich an diesem Abend bzw. in der Nacht zu keinem Zeitpunkt. Kurz nach 2:00 Uhr wecke ich meinen Mann. Er sagte im Nachhinein, dass er beim Aufstehen noch immer nicht so wirklich an eine bevorstehende Geburt glaubte.

Ich hatte mir im Vorwege so viele Gedanken gemacht, wo genau ich im Haus wohl mein Kind auf die Welt bringen möchte, manchmal viel zu viele. Denn alles kam genau, wie meine Hebamme es vorhersagte. Es fügt und findet sich einfach. Man muss gar nicht viel „planen“ vorher, eine Geburt ist einfach nicht planbar. Unter der Geburt ändert sich so vieles. Wünsche und Vorstellungen, die man während der Schwangerschaft hatte, können komplett verschwunden sein, weil sie sich einfach nicht mehr richtig anfühlen.


Wir machen uns noch kurz frisch, nehmen alles an uns, was ich parat gelegt habe und gehen nach unten in unser Wohnzimmer. Dort schalten wir ein gemütliches Licht und sogar noch den Fernseher ein. Die Abstände der Wehen liegen um kurz vor halb drei nur noch bei 3-4 Minuten. Der Schmerz wird stärker, so dass mein Mann mir in jeder Wehe den unteren Bereich im Rücken massiert. Das hilft ungemein. Ich laufe im Wohnzimmer auf und ab. Kommt eine Wehe, stütze ich mich auf einem Regal ab und konzentriere mich auf meine Atmung. Dabei bin ich absolut still, nur das Ausatmen ist minimal zu hören. Kurz vor 3:00 Uhr sage ich meinem Mann, dass ich wohl in Kürze die Hebamme anrufen werde. Aber irgendwie empfinde ich die Wehe als nicht schmerzhaft genug im Vergleich zu beiden Geburten davor, auch wenn das jetzt komisch klingt. Daher ziehe ich es auch in Betracht, dass die Hebamme kommt und sich am Befund wenig bis gar nichts getan hat. Sprich, dass der Muttermund wenig bis gar nicht geöffnet ist. Ich bin mir unsicher, was das betrifft. Als der Abstand zwischen den Wehen um kurz nach drei dann nur noch bei 2-3 Minuten liegt, rufe ich meine Hebamme an und bitte sie, zu uns zu kommen.

Fortsetzung folgt...