Freitag, 4. November 2016

Fliegen mit Baby/Kleinkind - DARAUF solltet ihr achten!

Hallo ihr Lieben!

Viele Flugreisen liegen hinter uns, u.a. auch Langstreckenflüge. Erst mit einem Kind und inzwischen auch mit beiden. Das Babymädchen hat mit ihren 20 Monaten bereits Sardinien, Florida und Gran Canaria entdecken dürfen. Da ich im Laufe unserer Urlaube sehr häufig um Rat gebeten wurde, möchte ich heute einmal einiges Hilfreiches zusammenfassen.

Der allerwichtigste Tipp vorab ist Folgender: ENTSPANNT EUCH! Das ist die halbe Miete, denn seid dir entspannt, ist es auch eurer Kind - meistens. Seid ihr ängstlich und angespannt, dann merkt selbst das kleinste Baby, dass irgendetwas nicht stimmt und dann kann es wirklich zur Tortour werden. In der Ruhe liegt die Kraft, was Millionen andere schaffen, das schafft ihr auch!




Zunächst einmal solltet ihr euch online über eure Fluggesellschaft informieren. Oft werden extra Kindermenüs angeboten, die man dann online anmelden kann. Zudem kann man vorab Sitzplätze reservieren. Für die Kleinsten gibt es vorne Reihen, die eine kleine Babywanne parat haben, welche man in die Wand einhängen kann. Solltet ihr also mit einem Baby fliegen und eine solche Wanne zum Schlafen nutzen wollen, nehmt euch am besten etwas zum Auslegen mit und einen Schlafsack oder eine weitere Decke. Natürlich könnt ihr ebenso die Fleecedecken nutzen, die im Flugzeug verteilt werden. Ich fand es immer schön, wenn wir unsere eigenen Sachen nutzen konnten.
Mit einem Kleinkind gibt es je nach Maschine wesentlich bessere Plätze als die erste Reihe, schaut da unbedingt vorher mal auf den Plan online.

Ihr solltet vor der ersten Flugreise überlegen, wie oft ihr vermutlich in der "Kinderwagen- oder Buggyzeit" verreisen werdet. Bei häufigen Flügen lohnt es sich definitiv, eine extra dafür hergestellte Transporttasche für den Kiwa oder den Buggy anzuschaffen. Diese lassen sich aufgrund ihres oftmals hohen Anschaffungspreise auch gar nicht schlecht weiterverkaufen.
Andernfalls könnt ihr den Buggy oder KiWa auch in "Kofferfolie" einpacken lassen. Hierfür aber wieder - je nach Flughafen - mehr Zeit einplanen. (Wir haben da Erfahrung mit dem Aufrufen unserer Namen am Flughafen ;-)). Solltet ihr euren Buggy zwingend auch nach der Sicherheitskontrolle benötigen, habt ihr jedoch keine Chance mehr, ihn verpacken zu lassen, denn dann gebt ihr ihn direkt am Flugzeug ab. Ich empfehle unbedingt eine Trage mitzunehmen, so oder so. Den Buggy oder KiWa könnt ihr dann auf jeden Fall ordentlich verpackt transportieren. Bei unseren vielen Flügen gab es anschliessend nie irgendwelche Schäden an den Wägen. Jedenfalls kann man die Zeit nach der Sicherheitskontrolle doch super mit einer Tragehilfe überbrücken, ganz ohne KiWa oder Buggy.

Also, kommen wir zum Flug, ganz egal ob lang oder kurz. Am besten ich schreibe euch eine kleine Checkliste, was ihr auf jeden Fall dabei haben sollt:


Beginnen wir mit "Fliegen mit einem Baby":

  • Tagebuch/Tragehilfe (unabkömmlich in meinem Augen!)
  • 1-2 kleines "Kauspielzeuge", insofern sie alt genug sind dafür
  • Schnuller/Kuscheltuch
  • Wickeltasche mit dem normalen Inhalt inkl. Wechselkleidung
  • Flaschen und Milchpulver (plus Dosierungshilfe)
  • Tee/Wasser (am besten verschlossene Flaschen, die werden gar nicht erst überprüft, bereits geöffnet klappt auch, dauert nur - je nach Flughafen - etwas länger)
  • Brei (gekocht in einer Tupperdose oder im Glas), Babylöffelchen und Lätzchen
  • für Stillmamas: unbedingt auf geeignete und bequeme Stillkleidung achten (mehr dazu folgt)
  • ggf. kleine Decke, wenn ihr nicht die aus dem Flugzeug nehmen wollt
  • bei grösseren Babys vielleicht noch etwas zum Knabbern, um sie ggf. damit beschäftigen zu können (es soll ja DINKELigel geben ;-))


Fliegen mit Kleinkind:

  • Getränke (wir hatten immer 0,5L Wasserflaschen dabei)
  • Schnuller/Kuscheltuch
  • "Quetschies" (Obstbrei), wer mag
  • etwas zum Knabbern (zB Salzstangen, Kekse)
  • kleine Spielzeuge (dazu unten mehr)
  • Fragehilfe/Tragetuch
  • Wechselkleidung für den "Notfall"


Mit den o.g. Dingen sind wir sowohl bei Kurz- als auch Langstrecken immer ausgekommen. Für die Stillmamas kann ich allg. mal einen Bekleidungtipp geben. Ich ziehe grundsätzlich IMMER ein etwas längeres Trägershirt unter. (zumindest bis 30 Grad ;-)) Darüber könnt ihr dann anziehen, was ihr wollt. Das Übergezogene muss dann nämlich keine Knöpfe o.Ä. haben, da ihr es einfach hochziehen könnt, ohne halbnackt dazusitzen. Durch das Übergezogene habt ihr automatisch sogar einen Sichtschutz und braucht theoretisch nicht mal eine Mullwindel, um irgendetwas abzudecken. Finde ich nach all den Jahren noch immer super praktisch!




Zum Thema Spielzeuge bei Kleinkindern kann ich Folgendes empfehlen. An erster Stelle sind bei uns solche kleinen Steck-Matroschkas. Allerdings nicht aus Holz, sondern aus Plastik. Die Plastikfiguren sind nämlich wesentlich leichter zu stecken, den Dreh hatte sie ziemlich früh raus. Jedenfalls eine super Beschäftigung. Eine grosse Auswahl gibt es zB von OMM-Design, einfach mal bei Google eingeben.

Zudem hatten wir noch einen kleinen Stapelturm aus Holz dabei, also der ist wirklich sehr klein. Den habe ich hier in einem Geschäft gekauft, er ist vielleicht 10 cm hoch, war und ist auch immer noch sehr gern genommen. Was natürlich ebenfalls immer geht, sind kleine Pixi-Bücher. Für den wirklich langen Flug in die USA hatten wir auch ein iPad mit kleinkindgerechten Serien bestückt, das ging auch mal für den einen oder anderen Moment. ;-)

Eine Trage fand ich immer unabkömmlich, da unsere Kleine einfach immer und überall darin zur Ruhe gekommen ist. Als wir nach Sardinien geflogen sind, habe ich sie nach der Sicherheitskontrolle in die Trage gesetzt und sie hat bis zur Hälfte des Fluges darin geschlafen. Hier gilt übrigens ab dem Start dann "Eigenverantwortung". Die Flugbegleiterinnen klären mich dann immer wieder erneut darüber auf, dass wir nicht versichert sind, wenn die Kleine nicht den (fürchterlichen) Sicherheitsgurt trägt, es ist aber nicht verboten, dies nicht zu tun. Ich persönlich halte es für wesentlich sicherer und angenehmer, sie vorne fest in der Trage zu haben, ich bin dabei ja angeschnallt. Aber anderes Thema.

Auf den Langstreckenflügen ist sie in der Trage jedenfalls immer besser eingeschlafen als auf meinem Schoss. Ich bin dann erstmal auf- und abgelaufen und als sie dann eingeschlafen war, habe ich meistens die Tragegurte geöffnet, damit es für mich bequemer war.

Bei Start und Landung natürlich ganz klassisch stillen oder aber etwas zu trinken anbieten. Bei den meisten Kindern reicht auch schon das Nuckeln am Schnuller. Der Start ist ohnehin unkomplizierter und wenn die Kleine geschlafen hat, haben wir sie auch immer schlafen lassen. Ihr merkt dann schon, wenn sie etwas brauchen.

Was ich sonst noch als kleinen Tipp am Rande geben kann: Wenn ihr in die Sonne fliegt, müsst ihr unbedingt mindestens ein riesiges (!)  Mulltuch mitnehmen, die Dinger sind als Sonnenschutz einfach Gold wert. Ob um die Trage gewickelt oder über den KiWa gespannt, sie sind wirklich super! Auch her findet ihr online viele verschiedene Modelle, meistens unter der Bezeichnung "Pucktuch". Es sollte aber unbedingt ein Mulltuch sein, da es trotzdem sehr luftdurchlässig ist, was bei Wärme natürlich einen prima Nebeneffekt hat.

Wenn ihr noch Fragen habt, legt los. Wenn ich etwas vergessen habe, füge ich es gerne ein. Ansonsten bleibt mir nur noch, euch einen guten und angenehmen Flug zu wünschen! :-)

Und immer dran denken: Entspannt bleiben! Tief durchatmen und voller Vorfreude in den Urlaub starten! Wird schon schief gehen, würde meine Omi sagen. ;-)

Liebe Grüsse
eure Julia