Montag, 9. März 2015

Entspannte Babys - Kann ich mir eines backen?

Hallo ihr Lieben!

Wer uns bei Facebook folgt, wird natürlich wissen, dass wir am 26.02.2015 unser Babymädchen begrüßen durften und seitdem also mit der grossen Schwester doppeltes Glück zu Hause haben. Wer uns dazu noch bei Instagram folgt, hat bereits einen täglichen Einblick in unseren neuen Alltag zu viert erhalten. Die beigefügten Fotos sind ein kleiner Vorgeschmack auf unseren Instagram-Account, dem inzwischen mehr als 10.000 Seelen folgen. Über neue Follower freuen wir uns natürlich sehr! 

Nun aber zur Blog-Überschrift. Am heutigen Morgen postete ich kurz zusammengefasst, wie es hier aktuell so läuft, wie das Babymädchen sich macht und warum es hier zu Hause derzeit so entspannt zugeht. Da ich auf diesen Text so viel Zuspruch fand und teilweise Dankbarkeit von Unwissenden, möchte ich heute Abend gerne einmal ein kleines bisschen genauer auf das Babyverhalten eingehen und ein wenig Wissenswertes, welches ich dank meiner Hebamme erlangen konnte, an euch weitergeben.

Vorab möchte ich gleich sagen, dass das natürlich keine Garantie für ein ausgeglichenes Baby ist und das jeder sein eigenes Wesen besitzt, aber es ist sicher eine Hilfe und Stütze, die Zufriedenheit des Babys eventuell zu unterstützen. Es spielt hierbei natürlich vieles mehr rein, u.a. auch das Geburtserlebnis für Mutter und Kind und die gesamte Schwangerschaft. 
Der Artikel soll auch keinesfalls den Hauch von klugscheißen bekommen, ich möchte einfach nur ganz kleine, aber wesentliche Tipps weitergeben, da wir so viel Positives mit der Umsetzung erfahren haben.




Beginnen wir einfach in der Zeit der Schwangerschaft. Obwohl das Babymädchen "Kind Nr. 2" ist, ´besuchte ich den Geburtsvorbereitungskurs der mir empfohlenen Beleghebamme. Da sie mich zur Geburt begleiten und die Nachsorge übernehmen sollte, dachte ich mir, ein GVK fördert sicher das erste Kennenlernen. Zudem hat es den netten Nebeneffekt, dass man natürlich auf die anderen Mamis und Bald-Mamis trifft und so vielleicht für die spätere Elternzeit und natürlich darüber hinaus Freundschaften entstehen können. Mit jedem Abend, den ich mit der Hebamme und den anderen 7 Schwangeren verbrachte, lernte ich dazu. Neben sehr viel Nützlichem rund ums die SS und natürlich die Geburt, war ich ganz besonders hellhörig, wenn es um das Wochenbett und die erste Zeit mit dem Baby ging. 

Ich entwickelte in diesen Wochen solch ein grossen Vertrauen in meine Hebamme und war total glücklich mit all dem neuen Wissen und wollte es natürlich so gut wie möglich umsetzen. 

Für mich stand schon vor Beginn des Kurses fest, dass ich dieses Baby ambulant entbinden und somit 4 Stunden nach der Geburt nach Hause möchte. Ich wusste natürlich, dass man das nicht planen und es immer anders kommen kann, aber ich war innerlich irgendwie ganz ruhig und sicher, dass es klappen wird. 

Unsere Hebamme konnte ziemlich überzeugend erklären, dass es für Mama und Kind zu Hause am schönsten ist. Sie ist auch eine totale Befürworterin i.S. Hausgeburt. Das kam für mich persönlich allerdings irgendwie nicht in Frage. 

Mir ist natürlich bewusst, dass nicht jede Frau ambulant oder zu Hause entbinden kann, so viel schon mal vorab. Das heisst nicht, dass die Babys dieser Frauen dann unzufrieden sein und viel schreien müssen, ganz klar. Das bitte also nicht falsch verstehen. Auch in einem KH kann man viel Positives für die erste Zeit unterstützen, sich z.B.  ein Einzel- oder Familienzimmer nehmen, wenn dies möglich ist und sich um Gottes Willen nicht verunsichern lassen. KH heisst ja oftmals, mindestens drei unterschiedliche Schwestern am Tag = mindestens 3 unterschiedliche Meinungen. Überhaupt ist dort (für meinen Geschmack) meist viel zu viel Trubel... Das dann vielleicht mit dem sog. "Babyblues" der Mama gemischt - katastrophal, ich spreche aus eigener Erfahrung. Und zum Thema Schichtwechsel und unterschiedliche Meinungen, dies gilt ganz besonders für das Stillen. Aber das ist ein anderes Thema... Ich habe es bei Mia glücklicherweise dennoch monatelang tun können, da ich wenigstens in diesem einen Punkt voll und ganz auf meinen Körper vertraute und mir sicher war, dahingehen keine Probleme zu haben. So war es dann Gott sei Dank auch.
Aber irgendwas musste ja auch klappen. ;-)

Ich möchte mit meiner Erfahrung in jedem Fall allen schwangeren oder bald schwangeren Frauen, die es gesundheitlich können und sich in einem KH genauso wenig wohlfühlen wie ich, empfehlen, ambulant oder eben auch zu Hause zu entbinden.

Vor 5 Jahren war ich so unwissend und habe im Nachhinein betrachtet, so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Am 3. Tag nach der Geburt "flüchtete" ich vorzeitig aus der überfüllten Klinik. Leider zu spät, wie ich jetzt weiß. Andererseits hätte ich es mir damals auch nicht so wirklich zugetraut, gleich nach Hause zu gehen, ehrlich gesagt. Beim 1. Kind gehört da ja doch etwas mehr Mut dazu. Ich möchte euch aber sagen, traut euch! Auch beim 1. Kind. Mit einer tollen Hebamme und der eigenen unterstützenden Familie zu Hause (also dem Papa und den eventuellen Geschwisterkindern) ist das alles gar nicht schlimm und wirklich sehr, sehr viel entspannter.  Es gibt wirklich überhaupt nichts Negatives, was ich dahingehend nennen kann. 

***

Zurück ins Jahr 2009. Ich kam also am 30.12. nach Hause und schon ab der zweiten Nacht schrie Mia. Eigentlich fast jeden Abend so um die zwei Stunden. Nachts lief ich mit ihr hilflos durch die Wohnung, nichts beruhigte sie. Im Tuch getragen, im KiWa durch die Wohnung geschoben, auf meinen Arm genommen.... Es half wenig bis gar nichts, bis sie irgendwann einschlief. Es war keine schöne Zeit. Auch mehrfache Besuche bei einer Osteopathin brachten nicht viel Veränderung. Ganz zu schweigen von Kümmelzäpfchen oder irgendwelchen anderen Mittelchen...  Zeitweise brachte es mal etwas, aber am Ende war Mia die ersten Wochen einfache ein unzufriedenes Baby, was vermutlich viel zu viel zu verarbeiten hatte und dann noch meine Unruhe und Unsicherheit dazu. 

Es gab schöne Momente, ja. Aber alles in allem war es einfach nur unfassbar nervenaufreibend und man kam sich total hilflos vor. Jetzt mag man sagen, sie hatte Bauchweh oder war ein Schreibaby oder oder oder.... Ich kann sagen, dass wir damals schnell (quasi sofort, denn es begann schon wenige Stunden nach der Geburt im KH und ging zu Hause weiter) Besuch hatten und das eigentlich regelmässig sowohl von Freunden als auch von Familienmitgliedern.
Ich ging ausserdem viel zu schnell mit ihr raus, war oft unsicher und unruhig und auch so, ich nahm das Wochenbett einfach überhaupt nicht ernst. Trotz Geburtsverletzung verbrachte ich eigentlich nur die schlaflosen Nächte im Bett, keine Ahnung warum.

Ich weiss, dass es schwierig ist, die Besucher beim 1.Kind auszubremsen. Aber nehmt euren Mut zusammen, erklärt es einfach vorab und teilt eure Wünsche mit. Auch nach 2, 3 oder 4 Wochen ist ein Baby noch klein und süss. ;-)

Jedenfalls sollte dieses Mal alles anders sein und das wurde es glücklicherweise auch. Nach einer rasanten Geburt (weniger als 1 1/2 Stunden), blieben wir noch 4 Stunden in der Klinik und konnten dann am Abend gegen 18:00 Uhr das Krankenhaus verlassen.  Mama frisch geduscht und überglücklich, Papa voller Stolz und Emotionen. Mia wurde dann von Oma sofort zu uns gebracht, um ihre kleine Schwester begrüssen zu können. 
Hach, war das schön !!! Und alles im heimischen Schlafzimmer.

Alle Freunde und Verwandten wussten von Anfang an, dass wir keinen Besucheransturm wollten, denn wie sagte meine Hebamme immer so schön: 

"Stellt die Bedürfnisse eurer Verwandten und Freunde nicht über die eures Babys!" 

Und wie Recht sie damit hat!! WochenBETT heisst Wochenbett und bedeutet zudem ganz viel Ruhe und möglichst viel Schlaf für Mutter und Kind. 

Glücklicherweise brachte jeder Verständnis auf, so dass bislang wirklich nur die engsten Verwandten, nämlich sage und schreibe 4 (!) Erwachsene, hier zu Besuch waren. Und das auf zwei Tagen verteilt und ohne grosses Herumreichen der Kleinen. Die kleinen Mäuse machen in den ersten Tagen viel über ihren Geruchssinn aus und unsere Hebamme konnte sich da immer so herrlich ausdrücken, wie unfassbar "schön" es sein muss, nach dem für das Baby leckeren Mama- und Muttermilch-Geruch nun das gute, streng riechende Parfum der Grossmutter in die Nase zu bekommen. ;-)

Zudem erwähnte sie immer wieder, wie wichtig es ist, dass man als Mama geduldig ist und seinem Baby gegenüber ganz viel Ruhe ausstrahlt und ausserdem natürlich unendlich viel körperliche Nähe gibt.

Dank toller Unterstützung vom Papa und der grossen Schwester konnte ich bis heute an Tag 11 wortwörtlich das Wochenbett geniessen und ganz in Ruhe die kleine Maus kennenlernen. Wir 4 sind bisher ein ganz tolles, eingespieltes Team. Hier wird ganz viel gekuschelt und entspannt und alles, ohne das die grosse Schwester "hinten abfällt", ganz im Gegenteil. Die mehr als stolze, grosse Schwester wird mit einbezogen und dennoch "separat beschäftig und bespielt".  




Durch all diese wertvollen Tipps haben wir hier nun ein zufriedenes, kleinen Baby, welches hauptsächlich gestillt wird und schläft. Ein- bis zweimal am Tag ist sie manchmal schon bis zu 2 Stunden wach. Dann liegt sie mit ihren grossen Äuglein in ihrer Nonomo, auf unserem Arm oder eben einfach bei mir im grossen Bett und erkundet ihre Umgebung. Fängt sie leise an zu schimpfen, hilft in der Regel ein Positionswechsel und alles ist wieder gut. Es gab hier in den zurückliegenden Tagen nicht eine Situation, in der das Babymädchen schrie und wir durch die Wohnung laufen und sie beruhigen mussten. Der Papa wird in der Nacht höchstens durch ein Schmatzen geweckt, nicht aber durch ein weinendes Baby. ;-) Beim Wickeln wird vielleicht mal kurz geschimpft, aber so wirklich Weinen ist das auch nicht. Ich kenne das so gar nicht und für mich ist es absolutes Neuland, dass die Wochenbett-Zeit so schön und entspannt sein kann.

Tagsüber schläft die Kleine übrigens meistens in der Nonomo und in der Nacht auf oder neben mir. :-)  Und es klappt ganz wunderbar.... Ich stille zwar in der Regel alle 2-3 Stunden, aber dadurch, dass ich auch tagsüber theoretisch immer schlafen kann, wenn die Kleine schläft, ist das total ok. 

Gestern an Tag 10 sind wir zum ersten Mal spazieren gewesen. Das schöne Wetter wollten wir einfach nutzen und nach so vielen Tagen Bett war es auch wirklich super schön. Am Abend war ich dann aber auch echt platt und habe gemerkt, dass ich eben noch lange nicht 100%ig fit bin. Der Spaziergang tat dennoch sehr gut, hätte aber auch etwas kürzer sein können. Das schöne Wetter ließ mich jedoch etwas inkonsequent werden. :-) 

Letzten Freitag waren wir übrigens schon kurz beim KiA zur U2, hierfür hat man nämlich 10 Tage Zeit - für die, die das möglicherweise interessiert. Alles andere davor wird von der Hebamme übernommen. 

So, alles in allem mag das auch eine Charakterfrage sein, wie ruhig ein Baby ist oder eben auch nicht! Ich bin inzwischen aber wirklich fest davon überzeugt, dass wir als Eltern die Zufriedenheit des Babys sehr stark beeinflussen können, zumindest in der allerersten Zeit. 

Hier sind die obersten Gebote gaaaaanz viel Ruhe und noch mehr Nähe!

Mir ist natürlich auch bewusst, dass es von einen auf den anderen Tag ganz anders werden kann, keine Frage. Aber wir werden immer sagen können, wir hatten einen wirklich wundervollen Start zu viert, an den wir immer gerne zurückdenken werden! 

Wenn man auch nicht alles umsetzen kann, so wünsche ich mir, dem einen oder anderen mit diesen Worten vielleicht eine klitzekleine Stütze für die ersten Tage mit Baby zu sein. Es kann niemand zaubern, aber warum nicht den einen oder anderen bewährten Tipp annehmen und ausprobieren?! Den ungeduldigen Besuchern bei einer bevorstehenden Geburt schickt ihr einfach den Link hier zum Text! ;-) 

Für die, die die Tage im KH geniessen und es mögen, wenn anfangs ganz viel Besuch kommt, ist es natürlich auch vollkommen ok. Denen möchte ich um Gottes Willen gar nichts schlecht reden. Für euch ist dann dies der richtige Weg, der euch zufriedenstellt und somit dann eventuell auch euer Baby. Meistens ist es ja aber doch eher der Fall, dass die frisch gebackene Mama dieses grosse Wunder zunächst mit ihrem Mann (und den ersten Kindern, falls vorhanden) alleine geniessen möchte und das in gewohnter Umgebung. 

Wichtig ist, dass ihr euch wohl fühlt und stets die Ruhe bewahrt! Wenn das gegeben ist, kann die erste Zeit wunderschön sein und wirklich in vollen Zügen genossen werden. Schliesslich hat diese erste magische Zeit mit einem Neugeborenen eigentlich eben ganz besonderen Zauber, der viel zu schnell vergeht....


Alles Liebe 
eure - nun Zweifach-Mama - Julia