Samstag, 5. Oktober 2013

Hört dieser Wahnsinn denn niemals auf?

Nähen. Warum dreht sich eigentlich alles nur noch um das Nähen? Haben die denn alle keine anderen Lebensinhalte mehr, keine anderen Interessen? Immer wieder dieses Nähen. 

Kaum zu glauben, aber in dem einen oder anderen Moment in den letzten Monaten waren genau das (!) tatsächlich das ein oder andere mal meine Gedanken! Nicht von Anfang an, aber nach dem man überall nur noch genähte Sachen sah, hatte ich mich irgendwann kurzzeitig sogar tatsächlich mal richtig sattgesehen daran. 

Warum ich das schreibe? Weil ich glaube, dass es dem einen oder anderen ganz genauso geht momentan. 

Nachdem ich meine Leidenschaft für diese individuellen Sachen dann aber doch schnell wiederfand, wanderte bekanntlich nach und nach immer mehr in unsere vier Wände. Ich konnte gar nicht genug bekommen von der bunten mit Liebe gemachten Kinderkleidung. Ebenso verhielt es sich mit Wimpelketten, Taschen etc....

Irgendwann dann der Tag, an dem ich WIEDER MAL ÜBERALL NUR Genähtes sah! ;-)

Ich dachte mir, wenn das jeder andere kann, dann auch ich! Und so war es beschlossene Sache.

Ich wollte das NÄHEN lernen!



Zunächst lieh ich mir eine Nähmaschine und bekam glücklicherweise gleich sämtliches Zubehör mit übergeben. :-) Eigentlich wollte ich mich nun von einer "Nähtante" (so nenne ich sie alle) einweisen lassen, aber die Ungeduld in mir war mal wieder unaufhaltsam. 
Zudem wurde ich durch euch ja auch mehr oder weniger angestiftet, einfach anzufangen! ;-) 
Danke dafür, denn das war genau das Richtige.




Ich möchte an dieser Stelle unbedingt zum wiederholten Male ein Szenario beschreiben, welches sich an diesem ersten Nähabend zugetragen hatte. Wer heute noch nicht gelacht hat, sollte jetzt unbedingt weiterlesen, 
es wäre schade drum. ;-)

"Nähmaschine steht also und ich schaue mir das erste (englische) YouTube-Video an. Die Dame erklärt in aller Ausführlichkeit, wie man an meiner geliehenen Maschine den Unterfaden auf die Spule bringt. (Weiß ich JETZT!) Die geliehene Maschine habe ich von einer Freundin, die sagte, sie wäre nicht talentiert, daher klappte es mit dem Nähen nicht so wirklich. Ich also drei volle Unterfadenspulen (Oh Gott, sagt man das so?) auf den Tisch gelegt und sehe, wie die Dame im Video eine LEERE (!) Unterfadenspule (wenn der Begriff falsch ist, dürft ihr an dieser Stelle nun schon ein zweites Mal lachen!) oben aufsteckt. Ich, übermotiviert und siegessicher, an meine Freundin gedacht: "Hahaha, so kann das ja nix werden, meine Liebe!" STOPPE das Video und nehme mir eine Unterfadenspule (oh man, ich brauche das Wort so oft, lass es bitte korrekt sein) und mache was? Genau! Ich wickel cm für cm den Faden von der Spule!! Voller Vorfreude und absolut überzeugt davon, der YouTube-Anleitung korrekt zu folgen. Ich sah das fertige Puppenkleid schon vor mir sozusagen. Nach gefühlten 10 Minuten Garn abrollen, ließ ich nun das Video weiterlaufen und sah, wie wenige Sekunden später, die Unterfadenspule mit Garn bestückt wurde...... 
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte."

Herrlich, oder? :-)

Das Ganze ist morgen nun genau 5 Wochen her und jetzt schaut mal, was hier in unserer Wohnung hängt:




Zwei Ballontunikas und 2 Kapuzenpullis. Und das ist nicht alles. Keines der Stücke ist perfekt, schon gar nicht von innen. Aber für die kurze Zeit dürfen sie sich absolut sehen lassen. Mit diesen Worten und Fotos möchte ich mich keinesfalls selber loben, nein! ...Oder? Na ja, vielleicht ein ganz bisschen :-D Hauptsächlich möchte ich jedoch die Mädels, die sich einfach nicht trauen (und ich weiß, dass es euch gibt!), einfach noch mal motivieren, es zu probieren. 

Nähen ist kein unerreichbares Vorhaben, nähen benötigt Motivation, Freude und ein wenig Kreativität und das eigentlich auch nur bei der Stoffauswahl. Denn wer nach den tollen E-Books näht, der hat es leicht. Alles ist anhand von Bildern und Texten detailliert erklärt und man kann gar nicht so wahnsinnig viel falsch machen. Klar, ich habe auch schon ein Hosenbündchen angenäht, welches sich in der Länge statt in der Breite dehnte, aber dafür passiert mir das auch kein zweites Mal! ;-)

Inzwischen sitze ich bestimmt 3 - 4 Abende in meiner kleinen Nähecke, auf meinem schon platt gesessenen Lieblingskissen und nähe, bis mir die Augen zufallen.




Nähen ist eine wirklich eine Leidenschaft, vor deren Suchtfaktor kein Entkommen ist. 

Niemand ist hiervor geschützt, das sage ich euch gleich!

Inzwischen habe ich es schon geschafft, dem einen oder anderen die Angst zu nehmen. Von diesen lieben Mamis habe ich schon ganz tolle Werke geschickt bekommen.

Auch meine Anzahl der Nähwerke steigt stets. 




Ich würde mich freuen, wenn ich mit diesem Post wenigstens einen von euch motiviert bekäme. Wenn die eine Dame dann ihr erstes Teilchen fertig hat, wird sie stolz grinsen und dann vielleicht an mich denken. :-)

Das stolze Grinsen am Ende, DAS ist es, was glücklich macht. 

Ebenso glücklich wie der Blick in die prall gefüllten Stoffläden. Hier stapeln sich so langsam die wunderschönen, farbenfrohen Stoff- und Bänderschätze.


 



Nicht zu vergessen, die E-Books inkl. der Schnittmuster. Ohne diese wäre ich verloren. ;-)




Bei all den Pumphosen und Pullis ist inzwischen sogar ein Set entstanden, welches bislang mein absoluter Liebling ist! Eine mit Fleece gefütterte Knickerbocker (SM: Rosarosa) und dazu ein ganz leicht abgeänderter Kuschel-Hoodie (SM: FeeFee) für Miamaus. Zum Verlieben, wie ich finde:




Nun gut, nun kennen also auch die Letzten MEINEN neuen "hobbytechnisches Lebensmittelpunkt". ;-)

Am Ende sei noch gesagt, dass man diese Leidenschaft wirklich nur dann komplett nachvollziehen und fühlen kann, wenn man selbst mitten drin steckt.

Also, worauf wartet ihr noch?

Liebe Grüße aus dem schönen Hamburg
Julia