Montag, 13. März 2017

Wunschbaby Nr. 3 - Tagebuch bis zur 12. SSW


Da hielt ich es nun in meinen Händen. Ein Ultraschallbild, welches eindeutig besagte, dass sich ein drittes Wunder auf den Weg zu uns machte. Voller Emotionen freute ich mich wie verrückt auf die kommenden Wochen und Monate. Noch hatte ich nicht vergessen, wie schlecht es mir anfangs in der zweiten SS ging, aber ich war zunächst positiv, dass es dieses Mal besser werden würde. Ich war nun in der 7. Schwangerschaftswoche. In den letzten zwei Wochen gab es schon ein paar wenige Momente, in denen mich die Übelkeit begrüßte, aber es war wirklich minimal. Das sollte sich bald ändern.

Da meine allererste Schwangerschaft in einem Frühabort endete, plagte mich zunächst mehr die Angst, es würde sich womöglich noch einmal wiederholen. Schließlich, so sagte ich mir, sei es schon großes Glück, daraufhin zwei komplett komplikationsfreie Schwangerschaften und Geburten erlebt zu haben. Ein wenig fühlte es sich so an, als würden wir das Glück herausfordern.

Doch mit jedem weiteren Schwangerschaftsanzeichen, fühlte ich mich wohler und irgendwie „sicherer“. Ehrlich gesagt erinnere ich mich schon gar nicht mehr so genau, welche Anzeichen es zu diesem Zeitpunkt waren, Aber ich Weiß, dass ich ziemlich früh bei jeder kleinsten Anstrengung aus der Puste war. Das ist bis heute (20.SSW) so geblieben bzw. hat sich inzwischen noch etwas gesteigert.

Ab der 8./9. Woche überkam sie mich dann doch. Die Übelkeit war ein täglicher Begleiter, mal mehr, mal weniger. Ich litt unter Appetitlosigkeit, aß wochenlang keine Süßigkeiten. So etwas ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert. ;-) Aber mit Schokolade konnte man mich wirklich jagen. Obst und Gemüse, das klappte am besten. Übergeben musste ich mich kein einziges Mal, das machte es jedoch nicht besser. Denn manchmal hatte man den Wunsch danach, in der Hoffnung, es würde danach besser werden.
Hinzu kam eine unbeschreibliche Müdigkeit in Verbindung mit elendiger Antriebslosigkeit. Und bei alledem natürlich immer eine fast 2-jährige Maus zu Hause. Aber sie machte das ganz toll. Ich gestehe, dass ich am Vormittag manchmal einfach auf der Couch einschlief. Ich konnte mich einfach nicht wach halten. Tatsächlich konnte ich sie dann mit Spielzeugen und dem laufenden Kinderprogramm im TV „beschäftigen“.  Keine Sorge, ich schlief nie länger als 20 Minuten, aber ich konnte mich in manchen Momenten einfach nicht wach halten und zum Rausgehen fehlte manchmal einfach die Motivation, so schlapp fühlte ich mich. Nun ja, es gab dann so ab der 10./11. Woche auch mal vereinzelnd Tage, an denen ich mich so richtig unschwanger fühlte. Kennt ihr das?

Ich bin dann eine von denen, die sich selbst bei der dritten SS noch verrückt machen und anfangen bei Google zu suchen, ob das normal wäre. :-P An diesen Tagen wünschte ich mir – völlig irrsinnig – immer meine Übelkeit herbei. Sie war für mich immer ein Zeichen, dass sich etwas tut und das dort weiterhin etwas wächst. Auch wenn ich weiß, dass das nicht immer ein sicheres Zeichen ist, mir tat der Gedanke gut.

Anfang Januar kam dann irgendwie der Punkt, an dem ich voller Überzeugung abstillen wollte. Unsere Kleine war gut 22 Monate alt und ich denke, die Natur hat dem Ganzen dann einen Anstoß gegeben. Unschwanger wäre ich es vermutlich nicht konsequent angegangen, dabei war es wirklich nicht halb so schlimm wie erwartet. Aber es war einfach der perfekte Zeitpunkt, so dass es uns beiden dann irgendwie leicht fiel. Mir sicherlich mehr als ihr, aber es gab ihrerseits tatsächlich keine einzige Tränen, dabei hatte ich mit einem Tränenmeer gerechnet. :-O  Ich blicke heute mit einem totalen Wohlgefühl an diese kurze Abstillphase zurück und habe sie zu keinem Zeitpunkt bereut, aber nun zurück zur Schwangerschaft.

Nach und nach merkte ich zu dieser Zeit, dass es mir total gut tat, draußen zu sein. Bei Minusgraden raffte ich mich immer öfter auf und verbrachte auch mal Vormittage draußen. Kam man dann wieder rein und atmete die warme Heizungsluft ein, ging es oft gleich wieder rapide bergab. Da musste ich dann daran denken, wie schlimm es für mich im Hochsommer 2014 war. Dort befand ich mich nämlich in der Frühschwangerschaft mit dem Babymädchen und mit frischer Luft war bei gewissen Temperaturen nicht viel. So würde ich also rückblickend sagen, dass es mir dieses Mal – einfach wetterbedingt – ein wenig besser ging als damals.

Ich sehnte es so herbei, dass diese doch schwierigen Wochen ein Ende nahmen. Alles würde besser werden, die Übelkeit verschwindet und man darf es endlich in die Welt hinausschreien. Ich fand es furchtbar, es nicht direkt jedem sagen zu können. Trotz alledem fühlte es sich besser so an. Wobei ich auch verstehen kann, wenn manche es direkt allen sagen. Aber nein, für uns war die andere Variante die Bessere. Irgendwie bin ich da vielleicht ein bisschen abergläubisch und rede mir immer ein, es würde Pech bringen, alle direkt einzuweihen, ist natürlich Blödsinn.

Langsam näherte ich mich meinem Arzttermin in der 12. SSW. Hach, das war toll. Ich zählte die Tage und Nächte, bis es eines Morgens so weit war und wir uns zu auf den Weg machten. Wir waren in dem Fall das Babymädchen, der Papa und denn die Grosse – noch Ahnungslose – war in der Schule.

Ich hatte ein absolut gutes Gefühl, trotzdem bleibt immer ein wenig Angst. Als ich dann endlich auf dem Bildschirm sah, wie groß das Würmchen war, dass es zappelte und das kleine Herzchen schlug, war ich unbeschreiblich glücklich. Auch der Papa durfte natürlich mitgucken und grinste über beide Ohren.

Nun war die „kritische Zeit“ also überstanden, ich hoffte auf körperliche Besserung und freute mich tierisch darauf, es nun endlich der großen Schwester zu erzählen. Direkt nach dem Termin machten wir uns auf den Weg zur Schule...


Fortsetzung folgt....

Montag, 20. Februar 2017

GASTARTIKEL . Die Erwartung eines Mädchens, welches ein Junge wurde.

Mit diesem Artikel versuche ich mir von der Seele zu schreiben, was ich nicht aussprechen kann. 
Ende Juli erfuhr ich, dass der Zauber ein zweites Mal bei uns eingezogen ist und wir Baby Nummer 2 erwarten würden. Von Anfang an verlief die Schwangerschaft anders als die erste. 

Der erste Termin bei meiner Frauenärztin war alles andere als erwartet. Natürlich hofft man, dass alles gut ist, dass diese Schwangerschaft reibungslos verläuft und man die Unsicherheit, die Angst und die Sorge schnell verliert. Doch es kam anders als gedacht und anders als erwartet. 

Ein Ultraschall wurde gemacht. An der plötzlichen Ruhe und Konzentration meiner Ärztin erkannte ich, dass etwas nicht stimmt: "Frau R, sie können dieses Baby jederzeit verlieren. Ich möchte Ihnen keine Angst machen, aber ich möchte Sie vorbereiten." Dieser Satz wohnt noch heute tief in meinen Gedanken und hat sich als schlimme Erinnerung eingebrannt. 
Ein Hämatom hatte sich direkt an unserem Baby gebildet und es gab genau 3 Möglichkeiten: Endweder alles verlieren oder das Hämatom löst sich und das Baby bleibt oder aber beides behalten. Der Gedanke, dass einer dieser Optionen den Abgang unseres Babys bedeuten würde, war der Schlimmste. Ich war verunsichert, ich hatte Angst und ich war auf der Hut. Jeder Tag, der ruhig verlief war wie ein Segen, war gefühlt doch wieder ein Stückchen geschafft. 

Die Wochen und Termine zogen immer ein Gefühl der Angst, des Bangens und der Ungewissheit mit sich. Das erste Trimester gab es daher auch einen 2-Wochen-Rhythmus, was die Termine betraf.  Das Hämatom blieb und unser Baby auch. Nachdem die 12. Woche überstanden war, wurden wir ruhiger, dennoch blieb die Angst. 

In der 22. Woche dann das Outing. Ich war unheimlich aufgeregt und gespannt.

Ein Mädchen. Ein kleines süßes Mädchen. Tatsächlich! Die Freudentränen waren nicht mehr zurückzuhalten, da dieses Baby das Letzte sein soll. Umso größer also die Freude, dass es für unseren Erstgeborenen eine kleine Schwester geben sollte. In dem Moment fühlte ich mich komplett, meine kleine Familie fühlte sich komplett an. Der Wunsch nach einer Tochter war bis dahin so stark, dass dieses Outing mich völlig aus der Bahn warf und all meine Gefühle überhand nahmen. 

Ich habe eine kleine Schwester und ihre Sachen schon im Keller gelagert, die nicht mehr benötigt wurden, nur für den Fall, es kommt ein Mädchen bei uns nach. Ihr könnt euch sicher denken, wie schnell die Kartons ausgepackt, gewaschen, gebügelt und einsortiert waren. Ihr Name war schnell klar. In dieses Kinderzimmer zu gehen, die Schränke zu öffnen und zu sehen, dass ein Traum wahr wird, es war unbeschreiblich. 

Die Zeit verging gefühlt .... gar nicht. 

Ich konnte es nicht abwarten bis sie endlich da war und unsere kleine Familie auf eine unglaubliche Ar komplett machen sollte.

In der 26. SSW wurde ich mit unglaublichen Nabelschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Plazenta-Ablösung. Ein Schock. Was für einer! 14 Wochen zu früh, das geht einfach nicht. Während des Ultraschalls habe ich am ganzen Körper gezittert. Aus Angst, vor Aufregung und vor lauter Schmerzen. Es tat wirklich höllisch weh, es war mit keinen Wehen zu vergleichen. Die Oberärztin sag es mir ganz deutlich und ließ nicht viel Spielraum - Überlieferung in eine Spezialklinik. 

Der Verdacht wurde nicht bestätigt. Woher diese Schmerzen kamen, weiß ich bis heute noch nicht. Es wurden etliche Ultraschalls gemacht. Nach 2 Tagen durfte ich nach Hause. Zufrieden war man irgendwie nicht. Wie auch, man fährt in ein Krankenhaus in der Hoffnung, dass geholfen wird und man kommt raus und weiß gar nix. Im Gegenteil, man ist verunsichert, ob man alles richtig macht und ob man sich nicht überanstrengt o.Ä.. 

Meine Frauenärztin fand auch in ihren Nachuntersuchungen nix, also lief die Schwangerschaft "normal" weiter und ich durfte wieder arbeiten gehen. Ein Beschäftigungsverbot wollte sie mir bis zur 34. SSW einfach nicht zusprechen. :-( (3 Tage vor Mutterschutz-Beginn stellte sie es dann endlich aus. Ich fühlte mich aufgrund der vielen Beschwerden überhaupt nicht fair behandelt und absolut missverstanden, hätte ich doch schon viel eher zu Hause bleiben wollen.)

Februar - 34. SSW

Unser Großer wurde nachts wach, weinte, wollte zu uns ins Bett. Er kam zu uns und wir mussten zeitgleich zur Toilette. Mein Freund ging gerade wieder die Treppe rauf, als ich ihm zurief, er solle sofort den Krankenwagen rufen. Ich habe so etwas noch nie in seinem Gesicht gesehen. Er hatte natürlich unheimlich Angst. Um seine Tochter und um mich. Ich war voller Blut. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Stehen bleiben, hinlegen? Ich legte mich auf die Couch. Während wir auf den Krankenwagen warteten, packte er mir alles zusammen. Mein Freund war bis dato sehr zurückhaltend, wenn es darum ging, meinen Bauch anzufassen. Er liebt seine Kinder über alles, aber das Gefühl, zu spüren, dass etwas aus meinem Bauch tritt, jagte ihm riesigen Respekt ein. In dieser Nacht tat er etwas und ich habe es noch in Erinnerung, als wäre es gestern gewesen. Er legte seine Hand auf meinen Bauch und sprach unserer Tochter zu, dass alles gut werden würde und das Papa sie liebt. Mit der Geburt unserer Kinder, trotz der Umstände, war das ein wahnsinnig schöner Moment, den ich mir sehr gerne zurückrufe. Natürlich hat es gefehlt, dass der Papa den Bauch berührt. Wem würde es nicht fehlen? Aber ich verlange nix, wenn es sich nicht gut anfühlt. Dieser Moment in dieser Nacht war etwas Einmaliges, aber so wahnsinnig intensiv. 

Die Fahrt ins nächste Krankenhaus war die schlimmste meines Lebens. Was nicht zwingend an der Tatsache liegt, wie ich erwacht bin. Einen so uneinfühlsamen Notarzt habe ich noch nie gesehen. Er versuchte mich wohl mit den Worten "Ich will direkt ins nächst gelegene Krankenhaus, ich will erstmal wissen, ob das Kind noch lebt. " zu beruhigen. Ihr könnt euch vorstellen, dass meine Tochter in diesem Moment keine Anstalten machte sich zu bewegen, um mir zu signalisieren, sie wäre noch da. Innerlich bat ich sie immer wieder, bitte beweg dich, bitte, bitte zeig mir, dass du noch da bist.

Kaum im Krankenhaus angekommen dann der erlösende Ultraschall. 

SIE LEBT!

Aufgrund von Wehen bekam ich direkt einen Wehenhemmer und die erste Lungenreife gespritzt. Da unser Krankenhaus nicht für derart frühgeborene Babys geeignet ist, erfolgte die Verlegung in die Uniklinik - mitten in der Nacht. Meinen Freund hielt ich natürlich auf dem Laufenden. Er hatte sich mit unserem Großen auf die Couch verzogen, da der nach dieser Nacht -ktion wohl nicht mehr einschlafen konnte. Auf eine gewisse Art und Weise wird er sicher gespürt haben, dass etwas nicht in Ordnung ist. 

Die Nacht blieb ruhig und ich kam auf Station. Woher die Blutung kam? Die Ärzte "tendieren" dazu , dass sich das Hämatom gelöst hat. Ich war gereizt. Wie kann es sein, dass man bei etlichen Ärzten in Krankenhäusern ist und ständig wird nur "tendiert" und "geraten"? Mich machte es wirklich sauer.

Am frühen Morgen wollte der Oberarzt einen weiteren Ultraschall durchführen.  Mit einem Lächeln im Gesicht und den Worten "Ein Mädchen!" beantwortete ich ihm die Frage, ob ich das Geschlecht schon wüsste. Schließlich war  ich bis zu dem Zeitpunkt bei 4 verschieden Geräten und Ärzten in der Zeit vom Outing bei meiner FA.

Und dann war es da, das Bild. Dazu die Aussage: "Frau R., es tut mir leid, aber das wird zu 99,9% ein Junge!".

Ihr könnt euch nicht vorstellen. was in diesem Augenblick in mir passierte. In mir ist etwas zerbrochen, ich war wie erstarrt. Du stellst dich 12 Wochen auf ein Mädchen ein, du gibst ihr einen Namen, du hast die Wände rosa gestrichen und die Kleidung in den Schrank gelegt. 

Was war da passiert ? Wie kann es sein, dass man so oft an den Geräten hängt, man immer von einer Tochter spricht und keiner dir sagt, dass es ein Sohn wird? Zurück im Zimmer bat ich meinen Freund zu mir zu kommen. Ich sagte es ihm nicht am Telefon. Könnt ihr euch sein Gesicht vorstellen? Ich hab es noch vor Augen. Er ist kein Mann der vielen Worte, in dem Fall musste er nix sagen. 
Ich glaube, er hat 1 Woche nicht wirklich drüber reden können, hat sich aber sehr schnell umgestellt. Die Freude, dass es seinem Sohn gut geht und er sich noch in Sicherheit befindet, zeigte sich schnell. 

Ich aber kämpfe an manchen Tagen heute noch damit. Nach unserem Sohn kamen in unserem Bekanntenkreis nur Mädchen auf die Welt. Ist es Schicksal? Ist es Karma? Ich habe an mir selbst gezweifelt. Warum passiert sowas mir ? Mir?! Ich bin da, wenn mich jemand braucht, ich betreue meine Freundinnen und helfe ihnen, wo ich kann, wenn sie Fragen haben bei ihren ersten Kindern. Hab ich ein Mädchen nicht verdient?

Unser zweiter Sohn ist jetzt 9 Monate alt und soll ich euch was sagen? Es ist wunderschön, genau so wie es ist. Er hat mir gezeigt, wie leicht, wie schön und wie vollkommen man sich fühlen kann. 

Er ist auf eine Art ganz besonders. Ich habe eine Verbindung zu ihm, wie ich sie nie erwartet hätte. Sein großer Bruder war ein sog. Schreibaby und liebe Julia, zeitgleich möchte ich dir für deinen Artikel (KLICK!) danken. Der, in dem es darum geht, ob man sich sein Traumbaby backen kann. Ich habe ihn mir zu Herzen genommen und unserem Sohn einen Start ermöglicht, der nicht ruhiger hätte sein können. Es war keine Hausgeburt, aber eine Ambulante mit viel Ruhe und einem WochenBETT, so wie es sein sollte. Ich habe mir eine Tochter gewünscht, eine Tochter erwartet, aber dieser kleine Junge macht unsere Familie auf seine Art komplett, wie es kein Mädchen gekonnt hätte.

A.

Dienstag, 31. Januar 2017

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei - Unser Augustbaby.

Hallo ihr Lieben!

So recht weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll, habe ich doch so viel zu erzählen. Ich beginne mal ganz von vorn. Nach der Geburt des kleinen Babymädchens - im Februar 2015 - war uns klar, wenn drei Kinder, dann in weiter Ferne, vielleicht wieder in 4 - 5 Jahren. Der Gedanke gefiel uns beiden. Auch war absolut nicht ausgeschlossen, dass wir uns mit zwei Kindern rundum glücklich und vollständig fühlen werden.

Der Altersabstand zur grossen Schwester beträgt bekanntlich 5 Jahre und nach wir vor lieben wir ihn. Er macht gefühlt alles so entspannt und einfach. Die grosse Schwester, nun schon 7 Jahre alt, ist natürlich auch mal genervt, aber die Verbundenheit der Mädchen ist wirklich sehr, sehr eng. Nicht selten sitzen sie zusammen im Zimmer der Grossen und spielen. Nach wie vor ist die Grosse sehr bemüht, dass es ihrer kleinen Schwester gut geht. Tut die Kleinste sich weh oder Mama schimpft, ist die Grosse SOFORT zu Stelle und spendet von Herzen kommenden Trost. Die Zwei zu beobachten ist für uns als Eltern einfach schön. Natürlich muss ich auch zugeben, dass die Grosse zudem oftmals eine kleine Hilfe ist, was in gewissen Situationen natürlich auch ebenfalls von Vorteil ist.




Dieser Altersabstand und das - insbesondere im ersten Jahr - auffallend entspannte Gemüt der Kleinen ließen uns immer häufiger von einem weiteren Kind sprechen. Als wir dann im letzten Jahr eine tolle Zeit auf Sardinien hatten, war es irgendwie klar. Wir sprachen mehr und mehr von einem weiteren Geschwisterchen, auch weil wir das Gefühl haben und hatten, dass es für die Kinder unter sich eine grosse Bereicherung ist.

Die eigentlich für mindestens 4 Jahre gedachte Hormonspirale (Oh Gott, ist das jetzt sehr privat? :-O) hatte ihren Dienst einige Monate später getan und sollte vorzeitig weichen.

Wisst ihr, wir reisen und unternehmen sehr gerne sehr viel. Und die Vorstellung, irgendwann alles gemeinsam machen zu können, war einfach schön. Also gemeinsam, damit meine ich zB der Verzicht auf das Babybecken. Die Vorstellung, dass wir zu fünft die grossen Wasserrutschen nutzen und Spass haben können und das ganz ohne uns als Familie stets aufteilen zu müssen. Hätten wir nun noch weitere 2, 3 Jahre gewartet, hätte man wieder von ganz vorne beginnen müssen. obwohl man längst hätte weiter sein können, wisst ihr, wie ich das meine? Ich freue mich natürlich ganz klar auf eine wundervolle Zeit der Schwangerschaft, auf die Geburt und auf das Babyjahr. Aber die Freude auf die Zeit danach ist bei uns eben mindestens genauso gross. Freude auf das Verreisen mit größeren Kindern, auf das Zusammenleben mit ihnen. Ja, das waren so Auszüge unserer Gedanken, warum wir uns für diesen Altersabstand entschlossen haben. Abgesehen davon ist ja auch irgendwie eine kleine Herausforderung und was wäre das Leben schon ohne neue, fordernde und spannende Aufgaben.

Das Minimum als Altersabstand waren für uns 2,5 Jahre. In meinen Gedanken war die Kleine dann trocken, konnte mitteilen, wenn sie irgendwo Schmerzen hat, wird nicht mehr gestillt und auch die Nächte sollten in unseren Gedanken bis dahin besser sein. ALL DAS hat sich sogar SCHON JETZT ergeben. Das Abstillen erfolgte während der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. Es war kurz, schmerzlos und nicht halb so wild, wie erwartet. Es verlief ohne eine einzige Träne.
Die Nächte sind seitdem wesentlich (!) besser. Wenn sie nicht gerade krank war, schlief sie seither entweder durch oder wurde einmal wach, um sich selbst an ihrem Wasser zu bedienen oder sich an Mama zu kuscheln. Danke, lieber Herr, dass du uns diese Verschnaufpause gönnst. ;-)
Auch das "Trocken werden" ergab sich im Laufe der Schwangerschaft. Man könnte meinen, die Kleinen haben Antennen dafür. :-) Schliesslich haben wir keinen Tag lang geübt, um windelfrei zu werden. Es kam wirklich komplett von ihr alleine, dass sie plötzlich auch auf die Toilette gehen wollte. Bisher verlief es Tag und Nacht unfallfrei und das seit knapp 2 Wochen.

Ich sagte ja gerade, dass der minimale Abstand 2,5 Jahre waren, sie wird nun im Februar 2 und der voraussichtliche Entbindungstermin liegt im August. Ihr dürft nunmal nachrechnen, wie lange es trotz des (nicht wenigen) Stillens dauerte, bis ich schwanger wurde. ;-)

Ok, das Folgende ist jetzt nur etwas für Kenner: Ich bin nämlich eine von den ganz Verrückten, die anfangen an ES + 9/10 zu testen. Ich weiss, dass das nicht gerade sinnvoll ist, aber Ungeduld ist einfach mein zweiter Vorname. Ich war mir schon an ES + 8 ziemlich sicher, dass es geklappt haben muss. Da gab es so viele Anzeichen, auch wenn man sich die im ersten Monaten ggf. einbilden könnte, mein Gefühl war durchweg positiv. An ES + 9 oder 10 war dann bei wirklich seeehr genauem Hinsehen (Meine liebe Freundin I., ich muss jetzt innerlich laut lachen und an unserer Auswertungen denken! :-D Frauen! ;-)) eine ganz, ganz schwache Linie erkennbar.

Als ich dann wirklich sicher sein konnte und auch Tag X vorüberging, rief ich zunächst meine Hebamme an. Es war mir SO wichtig, dass sie mich erneut bei allem begleiten wird, dass ich sicher gehen wollte, noch einen Platz bei ihr zu bekommen. Gesagt, getan.

Gute 2 Wochen später war ich dann das erste Mal beim Arzt, um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen. Überglücklich verliess ich das Wartezimmer mit dem Wissen, das da erneut ein knapp 3 mm klitzekleines Herzchen in mir schlug, welches ich an diesem Tag zum ersten Mal sehen durfte...

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 29. Januar 2017

Gastartikel - Hinter den Kulissen eines Kinderheims.

Heimkinder – Das etwas andere Leben ganz normaler Kinder

Kinderheime, Heimkinder, das Leben in einer Wohngruppe. Themen, von denen man im Leben in der sogenannten „bildungsnahen Schicht“ nicht viel mitbekommt und mit denen man vielleicht auch erst mal nichts zu tun haben will.

Ich habe nach meinem Abi ein Jahr als FSJlerin in einem Kinderheim gearbeitet und bin auch danach als Ehrenamtlerin geblieben. Ich möchte euch ein bisschen davon erzählen, was ich so erlebt habe und mit so manchem Vorurteil aufräumen, dem ich begegnet bin. Zum Schutz der Kinder werde ich weder genauere Angaben über das Kinderheim machen und die Namen der Kinder ändern. Ich denke, das versteht ihr.

In dem Kinderheim, in dem ich arbeite, leben über hundert Kinder in ganz unterschiedlichen Wohngruppen und aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wir haben Intensivgruppen, Jugendgruppen, Verselbstständigungsgruppen, Außenwohngruppen, Wohngruppen für Kleinstkinder, eine Gruppe für junge Mütter, teilstationäre Gruppen und ambulante Angebote. Das Angebot ist vielfältig und trotzdem würden mir noch Angebote einfallen, die es dort nicht gibt. Ich arbeite in einer Gruppe, in der momentan acht Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren leben, aber das ändert sich immer mal wieder. Denn (und hier das erste Vorurteil) die Kinder leben nicht für immer im Heim, zumindest sollte dies nicht so sein. Das Heim ist bei vielen Kindern nur eine Zwischenstation, es gibt aber dennoch Kinder, die schon seit vielen Jahren dort leben und bei denen auch kein Auszug in Sicht ist. Das hängt auch immer mit der Geschichte der Kinder zusammen und glaubt mir: Keine Geschichte gleicht einer anderen. Jede Geschichte ist so einzigartig wie auch jedes Kind einzigartig ist.

Von einer Geschichte möchte ich euch erzählen. Ich war bei der Aufnahme dieser beiden Kinder quasi unmittelbar dabei. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr lange in der Gruppe und es war eine der ersten Aufnahmen, die ich mitbekam und bis heute habe ich zu diesen beiden Kindern ein ganz besonders enges Verhältnis. Aber fangen wir von vorne an: Die erste Begegnung hatten wir in einer anderen Gruppe, da ich beide gegen Mittag dort abgeholt habe und mit ihnen über den Hof in unsere Gruppe gegangen bin. An der einen Hand Lukas (2 Jahre) und an der anderen Hand eine Tasche mit ein paar Klamotten. Sophia (7 Jahre) lief neben mir her. Es war schwer ein Gespräch anzufangen. Worüber sollte ich mit den beiden reden? Vergangenheit, Familie, Eltern und zu Hause waren als Themen eher nicht geeignet. Ich glaube, schlussendlich unterhielten wir uns darüber, was es zum Mittagsessen geben wird. Das war auch das erste, was in der Gruppe für die beiden anstand. Mittagessen! Sophia war auf den ersten Blick recht „pflegeleicht“. Der Kleine jedoch verweigerte das Essen zunächst komplett. Er kannte weder Kartoffeln noch das Gemüse. Ich glaube es waren Möhren, Blumenkohl und Brokkoli. Einzig der Schokopudding zum Nachtisch schmeckte ihm. Ansonsten verbrachte er das Mittagessen eher mit Weinen und Jammern. Anschließend suchten wir für beide eine passende Bettwäsche aus, bezogen die Betten und durchsuchten die Vorratsschränke nach passender Kleidung. Die Kleidung, die in der Tasche gewesen war, hatte ich erst einmal in die Waschmaschine gestopft. Denn sie roch nach einer Mischung aus Zigaretten, Hund, Feuchtigkeit und Schmutz. Nicht sehr angenehm und auch nach dem Waschvorgang (mit allen Extras, die unsere Waschmaschine zu bieten hatte) war dieser Geruch noch nicht ganz verflogen. Bis hierher hatten wir noch keine Informationen darüber, wo die Kinder herkamen und was ihre Geschichte war. Wir wussten einzig und allein ihre Namen und das, was wir in den letzten vier Stunden über sie erfahren hatten. Da war bei dem Kleinen zum Beispiel eine Faszination für Polizisten (O-Ton: „Ich bin Polizei“) und bei der Großen die Schulprobleme, denn sie guckte mich ganz erstaunt an, als ich ihr erklärte, dass sie selbstverständlich jeden Tag in die Schule gehen wird. Die Faszination des Kleinen stellte sich später eher als eine Art Trauma heraus, als wir erfuhren, was sich an diesem Morgen in der Familie abgespielt hatte. Die Polizei hatte in den frühen Morgenstunden dieses Tages mit Spürhunden die Wohnung gestürmt und die Mutter der Kinder war verhaftet worden.

Die Mutter ist inzwischen entlassen, aber die Zwei sind aus mehreren Gründen immer noch bei uns. Sie haben sich gut eingelebt, sind angekommen und wir können auf unheimlich viele schöne und auch nicht so schöne Erlebnisse zurückblicken. Da waren unendlich viele Spielplatzbesuche, Lukas‘ Trockenwerden, das gemeinsame Vorlesen am Abend, viele Kuscheleinheiten und viel Wiedersehensfreude, wenn ich mal zwei Tage nicht da war (...zB. am Wochenende). Aber auch unzählbar viele Diskussionen über Sophias Hausaufgaben, die nicht selten in Wutausbrüchen ihrerseits endeten, Lukas‘ fast tägliche Wutausbrüche, weil er mal wieder nicht hören wollte, seine Begegnung mit der heißen Herdplatte, seine panische Angst vor den Raketen an Silvester und Sophias panische Angst vor dem Zahnarztbesuch, den wir letztendlich eine halbe Stunde zu spät und mit einer weiteren Erzieherin und einem weiteren Kind als Unterstützung doch mehr oder weniger erfolgreich meisterten.

Ich erinnere mich an jede einzelne Situation mit Sophia gerne zurück. Als sie schon etwa ein halbes Jahr in der Gruppe lebte, erklärte sie mittags am Esstisch einem neuen Kind, dass es sich für sie am Anfang zwar auch komisch angefühlt habe, hier zu sein, die Gruppe aber inzwischen zu ihrem zu Hause geworden sei, sie sich hier „pudelwohl“ fühle und sie die Erzieherinnen fast genauso lieb hätte, wie ihre Eltern.
Einige Zeit später bin ich mit ihr auf dem Weg zu ihrer Therapiestunde gewesen. Wir saßen gegenüber des Heims an der Bushaltestelle und warteten auf den Bus, als ein älteres Ehepaar kam. Die Frau erklärte ihrem Mann, dass da drüben das Waisenhaus sei. Der Mann erwiderte nur: „Die Armen!“.
Ich wendete mich schnell ab und hoffte, dass Sophia das nicht gehört hatte. Doch offenbar hatte sie ganz genau zugehört und verstanden, denn sie sagte: „Wir sind doch gar nicht arm, ich habe 37 € Taschengeld!“ 
Im Bus flüsterte sie mir dann leise zu: „Was ist eigentlich ein Waisenhaus?“. Ich überlegte. Wie sollte ich ihr diesen Begriff erklären, der so gar nichts mit dem zu tun hatte, was das Kinderheim eigentlich war? Denn in dem Kinderheim lebt kein einziges Waisenkind. Ich erklärte es ihr und wir einigten uns lachend darauf, dass die beiden wohl einfach keine Ahnung hatten.

Am liebsten allerdings erinnere ich mich an meinen Abschied als FSJlerin in der Gruppe (damals wusste ich noch nicht, dass ich kurze Zeit später wieder da sein werde). Wir hatten eine Grillparty veranstaltet und alle Kinder und auch das komplette Team waren gekommen. Als es dann spät wurde und der endgültige Abschied immer näher rückte und die ersten Erzieher sich verabschiedeten, hatte ich schon Tränen in den Augen. Doch erst als wir wieder in der Gruppe waren und ich mich von den Kindern verabschieden musste, wurde es richtig schwer. Denn ich konnte ihnen nicht mal richtig erklären, warum ich gehen musste. Wir standen minutenlang da und Sophia so weinen zu sehen, tat mir in der Seele weh. Sie schluchzte, die Tränen liefen ihr das Gesicht hinunter und ich hatte das Gefühl sie regelrecht im Stich zu lassen. Doch irgendwann musste ich gehen und draußen konnte auch ich mich nicht mehr beherrschen. Ich fiel meiner Kollegin in die Arme und ließ den Tränen freien Lauf. Aber schon in dem Moment wusste ich: Ich war nicht zum letzten Mal durch diese Tür gegangen. Und tatsächlich stand ich schon drei Tage später wieder auf der Matte, weil ich eine Unterschrift für meine Einschreibung brauchte.

Natürlich will ich nicht sagen, dass das Leben im Kinderheim für ein Kind optimal ist. In einer funktionierenden Familie aufwachsen zu können und Eltern zu haben, die es lieben, die sich um es sorgen und die es mit all ihren Möglichkeiten fördern, ist das Beste, was einem Kind passieren kann. Und natürlich ist es für die Kinder schlimm, nicht bei ihren Eltern zu sein. Sie vermissen ihre Eltern und sind enttäuscht, wenn diese am Telefontag mal wieder nicht angerufen haben oder wir ihnen immer wieder aufs Neue sagen müssen, dass wir auch nicht wissen, wann sie wieder nach Hause können.  Denn das ist natürlich der Wunsch (fast) aller Kinder. Und solche Situationen passieren leider sehr oft. Die Kinder freuen sich wochenlang darauf, dass sie Silvester mit ihren Eltern zu Hause verbringen können, damit die Eltern dann am 31.12 morgens bei uns anrufen und uns erzählen, dass sie jetzt für diesen Abend doch andere Pläne hätten. Sie versprechen neue Fahrräder und während dem Versprechen, wissen wir schon, dass es das neue Fahrrad nie geben wird. Beim nächsten Gespräch erzählen sie dem Kind dann, dass es ja Taschengeld gibt und es sich ja davon das neue Fahrrad kaufen könne.

Aber wir versuchen das Beste für „unsere“ Kinder zu geben. In manchen Zeiten fühlt sich die Gruppe auch für uns wie ein zweites Zuhause an. Wir leben dort tageweise mit den Kindern zusammen, feiern mit ihnen Geburtstage, Ostern und Weihnachten (und anders als manch einer meinen könnte, bekommen die Kinder auch eine ganze Menge an Geschenken). Wir begleiten die Kinder zum Arzt, zu Therapien, gehen zu Lehrergesprächen, mit den Kindern shoppen, Eis essen, in den Zoo, ins Schwimmbad, üben mit ihnen Fahrrad fahren, Inliner fahren, manchmal auch laufen, machen mit ihnen Hausaufgaben, sitzen gemeinsam mit ihnen am Esstisch, lesen ihnen vor, bringen sie ins Bett, lachen mit ihnen, schimpfen mit ihnen, spielen mit ihnen, trösten sie, wenn sie traurig sind, pflegen sie gesund, wenn sie krank sind und pusten ihre „Aua’s“ in den Himmel. Wir sind für sie da, weil ihre Eltern es momentan nicht schaffen, aus welchen Gründen auch immer.

Ich hoffe, ich konnte euch das Leben dort ein bisschen näher bringen und euch hat der Blick hinter die Fassade ein wenig zum Nachdenken angeregt. Und vielleicht habt ihr ja auch Lust bekommen ein Kinderheim zu unterstützen. Dann fragt doch in dem Kinderheim eurer Wahl einfach mal nach. Die können euch am besten sagen, was für Möglichkeiten es gibt. Vielleicht habt ihr aber auch keine Zeit, keine Motivation oder nicht genug Nerven. Vielleicht habt ihr selber Familie, eigene Kinder oder selbst „genug“ Probleme. Helfen muss nicht immer so viel Aufwand bedeuten. Vielleicht gibt es ja im Umfeld eures Kindes ein Kind, das im Kinderheim lebt. Ihr könntet mal fragen, ob die Kinder sich mal verabreden können und anbieten das Kind abzuholen und auch nachher wieder zurück zu bringen. Das kann im Gruppenalltag sehr hilfreich sein, ist aber auch wieder von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich organisiert.

Es gibt aber eine Sache zu der ich jeden einzelnen von euch aufrufen möchte: Begegnet Kindern, die im Heim leben, genau so offen, wie ihr es bei anderen Kindern tut. Manchmal sind sie vielleicht ein bisschen „anders“, aber deswegen keinesfalls weniger liebenswert. Schenkt ihnen kein Mitleid, damit können sie nichts anfangen, sondern begegnet ihnen mit Respekt und gebt ihnen das Gefühl, dass auch sie wichtig sind. Hört ihnen zu, wenn sie etwas zu erzählen haben, auch wenn es euch in dem Moment vielleicht nicht interessiert. Sie haben es in ihrer Vergangenheit nicht leicht gehabt und müssen lernen, wie sie damit ihr Leben leben können. Denn es ist ein Teil von ihnen. Und je offener wir alle damit umgehen und je mehr wir diesen Kindern die Chance geben ein Teil der Gesellschaft zu sein, desto leichter wird es ihnen fallen, ihr Schicksal als Teil von sich zu akzeptieren und für ihre Träume zu kämpfen.

Samstag, 28. Januar 2017

Eddie und Hugo ziehen ein.

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Kurz vor Jahreswechsel zog Eddie bei uns ein. Und nicht nur das, Eddie brachte Hugo mit:

Darf ich vorstellen? Unser neues Ecksofa Eddie und der wirklich hübsche Holztisch Hugo:




Warum ein neues Sofa? Der Hauptgrund war, dass wir einem breiten Couchflügel nachtrauerten, auf dem man zu zweit nebeneinander liegen kann. Daher hielt ich schon länger die Augen offen. Auch die Farbe braun gefiel mir inzwischen nicht mehr sonderlich, war unser Vorgänger, also zwei Nummern vor Eddie ;-), ja auch schon braun.

Dann entdeckte bei Instagram SOFA COMPANY. Hier erblickte ich sofort zahlreiche schicke und schlichte Sofas, in vielen Farben und Formen. Eddie jedoch hatte es mir besonders angetan und das von Anfang an. So nahm ich den Kontakt auf und erfreute mich umso mehr, als man mir eine Kooperation zusagte. Ich finde, dass das wirklich eine tolle Entdeckung "zum Weitersagen" an euch ist!

Ein paar Wochen später stand sie dann schon in unserem Wohnzimmer, neben dem passenden Tisch Hugo. 
Zusätzlich zum Sofa entschlossen wir uns ausserdem noch für einen Hocker, der das Ganze nicht nur optisch aufwertet, sondern zusätzlich noch praktisch ist.






Das Besondere an den Sofas ist nicht nur die wirklich moderne Optik, nicht zuletzt durch die Holzfüsse, sondern das Material. Das ist vermutlich einfach Geschmacksache, denn der Stoff hat einen sehr hohen Wollanteil, den vermutlich nicht jeder auf der Haut mag. Hier könnt ihr euch vorab einfach eine Stoffprobe schicken lassen, so geht ihr dann auf Nummer sicher. :-)






Ich finde, sowohl Eddie als auch Hugo, machen sich wirklich ganz hervorragend in unserem Wohnzimmer! Oder was sagt ihr?

Liebe Grüsse
Eure Julia


P.S.: Morgen wird es nach langer Zeit endlich wieder einen Gastartikel geben. Ihr dürft mir also gerne neue Geschichten aus eurem Leben zukommen lassen. Einfach per Mail an info@loeckchenzauber.de!

Sonntag, 18. Dezember 2016

GASTARTIKEL - Mama Andrea berichtet über die Zeit mit ihrem zweiten "Schreibaby"

Koliken – man kann sie nicht verstehen bis man sie selbst miterlebt

Als ich im Dezember letzten Jahres erfahren habe, dass ich wieder schwanger bin, war ich natürlich wie die meisten Mütter wieder mega aufgeregt. Ich malte es mir wieder schön rosig aus: eine angenehme Schwangerschaft, ein gesundes Baby, eine brave große Schwester und zu allerletzt, ein ruhiges Baby ohne Koliken. 
Ich dachte nie an ein Schreibaby, denn unsere erste Tochter war eines und ich dachte nicht, dass wir den Jackpot haben könnten mit einem zweiten. Die Koliken-Zeit mit Ella war schon ziemlich heftig damals. Die ersten 3 Monate hat sie täglich geschrien. Zwischen 18:00-19:00 Uhr ging es meistens los und dauerte bis zu drei Stunden, manchmal auch länger. Das Gute war jedoch, dass sie immer nur abends zum Schreibaby wurde und wir trotzdem noch ruhige Tage hatten.

Damals dachten wir, es kann nicht schlimmer werden. Tja, da hatten wir uns getäuscht! Es ist tatsächlich schlimmer geworden und zwar so schlimm, dass es an den Kräften zehrte!
Meine Schwangerschaft mit Lina war ein Traum, bis auf einige Tage, an denen ich mich nicht wohlgefühlt habe. Ich konnte die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen, da mein Mann zu dieser Zeit auch zu Hause war. Somit waren wir täglich zusammen, sowie auch ein eingespieltes Team mit Ella. Auch die Geburt verlief kurz und schmerzhaft. Schon im Krankenhaus hatte Lina einige Schreiphasen, aber nicht schlimm und auch nicht lang. Wir hielten das Ganze für ziemlich normal zu der Zeit. Ab dem Zeitpunkt , an dem wir endlich nach Hause durften, begann jedoch das Weinen. Leider war es nicht dieses süße Neugeborenen-Weinen, sondern ein richtiges Schreien und es zog sich über Stunden. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es täglich um die 6 Stunden andauerte. Ihr Kopf wurde dabei knallrot, die Fäuste bereit für den Boxkampf und sie schrie. Sie schrie sich ihre Lungen aus dem Leib. Das ging von morgens bis abends, außer in der Zeit, wo ich sie stillte oder sie schlief. Wenn ihr noch nie ein Schreibaby erlebt habt, kann ich euch sagen, es zerreißt, es tut weh und es macht wütend. Es verursacht einen Rollercoaster der Gefühle und es spielt keine Rolle, dass das Baby ruhig ist, wenn es schläft, denn es beeinflusst trotzdem euer ganzes Wohlbefinden.

Ich bin ein handlungsorientierter Mensch und muss immer alles hinbekommen und "reparieren" und das meistens sofort. Ich wollte ihr helfen und ich wollte sie irgendwie beruhigen. Also fing ich an wieder Bücher, Artikel, Blogposts und Experten-Tipps zu lesen, aber nichts hat geholfen. Ich trug die kleine Lina kilometerlang in der Trage oder im Tragetuch, ging wie ein Flamingo auf und ab. Nebenbei musste ich mich natürlich auch um unsere Große kümmern, die gerade mal 1 Jahr und 7 Monate alt war. Mein Mann hatte inzwischen wieder die Arbeit begonnen und war unter der Woche nicht mehr da, wie ich es gewohnt war! Rückblickend frage ich mich, was ich in dieser Zeit ohne meine Mama und anderen Helferleins gemacht hätte? Oft war ich nach einiger Zeit so kaputt, dass ich einfach mitweinte. Ich fühlte mich als Versagerin. Ich als Mutter konnte mein eigenes Baby nicht beruhigen. Wir haben so viel Geld ausgegeben für alle möglichen Tropfen und Globulis und haben unzählige Experten-Tipps ausprobiert. Nur wer sie live miterlebt hat, konnte mich auch tatsächlich verstehen. Meistens konnte sie zu der Zeit niemand länger wie 30 Minuten halten, weil es ihnen zu viel war, oder es in Tränen endete und ich auch das Gefühl hatte, dass sie doch bei mir schneller zur Ruhe fand. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es keine richtige Antwort zu diesen "Koliken" gibt, aber es definitiv richtig ist, sich Hilfe zu holen. Während dieser Zeit hat man das Gefühl, dass kein Ende in Sicht ist. Aber es gibt ein Ende!
Genau 3 Tage nachdem sie 3 Monate alt wurde, war der ganze Spuk vorbei. Wir haben seitdem ein komplett ausgewechseltes und zufriedenes Baby. Sie ist den ganzen Tag gut gelaunt, hat ein Lächeln bis zu den Ohren und weint nur noch bei Riesenhunger oder eben dann, wenn das Bäuchlein mal drückt.
Also Mamas und Papas: Es wird besser! Nach einem bestimmten Zeitpunkt wird es besser. Traut euch eure Familien und Freude um Hilfe zu bitten. Hätte ich meine Familie nicht in der Nähe gehabt, wären wir zu dem Zeitpunkt Stammkunden beim Lieferservice geworden, würden wahrscheinlich 15 kg weniger wiegen und wären psychisch total am Boden. Ich empfehle euch wirklich, jemanden zu bitten, euch in dieser Zeit zu helfen, damit ihr auch, wenn nur für kurze Zeit, in Ruhe ausgehen, ein Bad nehmen, einfach nur alleine raus an die Luft gehen oder mal in Ruhe ein Mittagsschläfchen halten könnt. Seid offen und sprecht darüber mit Eltern, die das Gleiche durchmachen oder durchgemacht haben. Zu wissen man ist nicht allein, kann einen auch nochmals stärken. Und zu allerletzt: seid gnädig zu euch selbst! Als Eltern erwartet man, dass man den Grund des Weinens oder Schreiens findet und man schnell eine Lösung dafür hat, aber leider ist ein Baby manchmal einfach nur ein Schreibaby.


DURCHHALTEN!